Dienstag, 7. Januar 2014

Schultag Nr. 1

Ich bin die verkörperte lahme Ente.
Auf dem Schreibtisch stapeln sich Mails und Papiere, deren Inhalte mich in häh?-was-wie-wer-wo-und-wozu-und-wer-war-ich-doch-gleich-Verwirrtheit hinterlassen.
Mein Denkapparat ist möglicherweise, als wir und das Auto vor drei Tagen ungewollt seit- und hangabwärts rutschten, noch ein Stückchen weiter geschlittert, in eine Schneespalte gefallen, macht dort noch Urlaub. Oder so.
Dabei habe ich heute noch nicht mal Unterricht. Home Office, so heißt das in anderen Berufen. Mildernde Umstände, würde ich sagen.
Der Muttertiertrieb, immerhin, funktionierte ausreichend. Gepackte Ranzen, gewaschene Kinder, gedeckter Frühstückstisch, gespülte Brotdosen schon am Vorabend. Ich geh mir mal ein Bienchen anheften :)

Kommentare:

  1. Vielleicht gibt es irgendwo so einen Saft oder Tropfen gegen ein ständiges Sich-Selbst-Nicht-Genügen? Ich sehe schon die Kinder, wenn sie bisschen älter sind, in der Tür stehen und sagen: Bleib locker, Mutter!
    Gruß von Sonja

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  2. Warum denn immer nur perfekt sein wollen? Es geht doch auch so, geschneuzte und genährte Kinder, und und und. Ohne Drang zur Perfektion.

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  3. Oh, bin überrascht, wo Perfektion und Nicht-Genügen zwischen den Zeilen steht - gerade ganz das gegenteilige Gefühl hier: so stimmig mit mir war's mir selten. (Ok, bissl Gejammere am ersten Nachferientag ist ritualisierte Prokrastination:))
    Und die abendliche Morgenvorbereitung: Nee, keine Perfektion - wer einmal unseren Morgen mit drei sprunghaft-unstrukturierten Morgenmuffeln erlebt hat, die um 7.05 gemeinsam das Haus verlassen müssen, versteht sofort, warum ich lieber alles so weit möglich abends schon vorbereite. So geht es allen besser, die Kinder bekommen statt Hektik pur ein wenig Ruhe mit in den Schultag.
    (Und wenn diese Einblicke jetzt auch sehr intim sind: "Gewaschen" heißt hier im Wesentlichen, dass die Weihnachtsmenüreste aus den Gesichtern gewischt wurden, die Brotdosen wurden vor dem Spülen - Vorsicht eklig! - noch entschimmelt, nach zwei Wochen im Ranzen. Und am "geschneuzt" arbeiten wir noch :))

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  4. Sonja, die sagen dann: "Hey, chills mal, Alter!"

    Frau Lehrerin, mit gefällt dein Humor. Der ist offenbar nicht weggerutscht.
    ;)
    Gutes Gewatschel in den neuen alten Alltag!

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  5. o ha. ein glück, daß nichts schlimmeres passiert ist! alles gute!

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  6. Haha, das Gefühl kenne ich! :-) Ein Lehrerfreund hat mir mal seinen Trick bezüglich der vielen Papiere, die sich so auf dem Schreibtisch tummeln und Pseudowichtigkeit ausstrahlen, verraten: liegen lassen! Bloß nicht sofort bearbeiten, sondern im Gegenteil darauf vertrauen, dass sie nach kurzer Lagerung sich selber überflüssig machen. Was soll ich sagen? Es klappt!

    Ich wünsche euch eine gute Zeit, möge es lange so entspannt bleiben.
    Herzliche Grüße
    Frau Weh

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