Dienstag, 7. Juni 2011

Respekt

Den habe ich.
Er wuchs, der Respekt, je mehr ich mich vertiefte in die Vorbereitung.
Was hat mich eigentlich geritten, morgen vor 8 beobachtenden Augen ein beratendes Gespräch mit einem Referendar zu führen, dessen Unterricht ich mir direkt davor angeschaut habe. Hoffentlich entgehen mir die zentralen Stellen der Stunde nicht bzw. hoffentlich bin ich der gleichen Auffassung darüber, was denn nun zentral sei, wie die 8 beobachtenden Augen. Und überhaupt: Unter Beobachtung habe ich das noch nie getan. Vor lauter Aufregung (und, ja, wie immer, Unfähigkeitsgefühlen :( ) habe ich tausende strukturierender Tabellen und Übersichten zum sinnvollen Mitschreiben in die Tasche gesteckt. Ok, "tausende" ist vielleicht übertrieben. Aber für eine Woche Hospitationen würden die Blätter sicher langen.

Respekt also, vor meiner eigenen Courage.
Ich schlucke hier schon ziemlich vor mich hin. Und das nicht nur, weil mein Hals dank "Expressantibiotikum" zwar schon wieder sprechen kann, aber immer noch sehr kratzt. (Gleich noch Hustenbonbons in die Tasche stecken!)

Noch mehr Respekt habe ich allerdings vor dem mutigen Referendar, der sich - nach nur einem Vierteljahr Ausbildung - dieser Situation stellt: 12 beobachtende Augen in einer Unterrichtsstunde. Und hinterher in Folge drei Auswertungsgespräche. Mit mir, mit nem Mitbewerber, und mit seinem eigenen Ausbilder. Also - DAS hätte ich mich damals im Ref nie im Leben getraut. Wahrscheinlich ist das 'n ganz forscher - und wer weiß, ob das dann mit meinem kooperativen Beratungsstil harmoniert?

25 Minuten habe ich Zeit für die Beratung. Und dann - das Schulsystem bleibt sich treu - bekomme ich ne Note dafür! Ja, eine Note. Wie in einer Prüfung. Gibt's das in der Wirtschaft bei Bewerbungen eigentlich auch? Kaum vorstellbar, dass die ihre Bewerber auch mit Vorkommastelle,Nachkommastelle versehen ...

Wie auch immer, in zwölf Stunden wird es wohl vorbei sein.
Nein, nicht ganz. Nach den Pfingstferien dann Teil drei und vier der "Prüfung". Auch jeweils mit ner Note. Naja, habe mir das ja selbst eingebrockt.
Und jetzt gehe ich schlafen. Hoffentlich kann ich einschlafen. Und hoffentlich verschlafe ich nicht. Und hoffentlich ist es bald morgen in zwölf Stunden, und alles ist vorbei ...

Kommentare:

  1. Liebe Uta!
    Weisst Du, meiner Tochter würde ich sagen;" Liebes, Du hast Dich gut vorbereitet, bist ein so kluges, geschicktes Mädchen! Also, geh und gib Dein Bestes, Du schaffst das!!!"

    Ich halt die Daumen!!!
    Du kannst das!
    Liebe Grüße
    Barbara

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  2. So, jetzt ist es still im Haus, jetzt kann ich beginnen mit dem drücken all meiner Daumen. Hoffentlich konntest du schlafen. Ich wünsche dir ganz viel Hingabe und Vertrauen in dich selber!
    Herzlich
    Gabriela

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  3. frau siebensachen8. Juni 2011 um 09:41

    ich drück mal ganz schnell und doll die daumen!!!!

    du machst das schon, auf deine unvergleichlich eigene menschliche art. und wenn ihnen das nicht passt, ist das sowieso nicht der job für dich!

    alles gute!

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  4. Nachdem ich von oben nach unten lese (also vom Aktuellen ins Vergangen rein) habe ich eben realisiert, dass dieses beratende Gespräch mit deiner Bewerbung zusammenhängt (aber auch schon beim ersten Lesen geahnt).
    Ich hoffe, die Beurteilung fällt diesmal genauso positiv aus, wie die von deiner Chefin.

    Alle Daumen drück ich dir

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  5. So, da bin ich wieder.
    Danke für Eure Daumen!
    Heute morgen noch ganz wackelig auf den Beinen, und während der Stunde zittrig und lang nicht so konzentriert wie ich wollte, habe ich mich dann wenigstens im Laufe des Gesprächs in Fahrt geredet - atmosphärisch war es sicher ganz gut. Allerdings befürchte ich, den armen Kandidaten dabei leicht zugetextet zu haben. Und vor allem bin ich mir sehr unsicher, ob ich die zentralen Punkte erwischt habe - es war viel zu wenig Zeit, und überhaupt wüsste ich jetzt, was ich nochmal ganz anders machen würde ...
    Bäh, ich bin überhaupt kein Prüfungsmensch. Und muss jetzt auch noch Wochen auf das "Ergebnis" warten ...
    Schaun wir mal.
    Heute erstmal Klavier und Bibliothek und Urlaubstaschen packen ...

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