Montag, 1. Juli 2013

Schuljahresendgefeiere

Das sind so Wochenenden zur Zeit, wo man am Sonntagabend froh ist, dass morgen endlich wieder Montag ist. Und man einfach nur zu arbeiten braucht. Korrigieren, Noten fertigmachen, Methodentag, Elternakutgespräche, Schulfestprogramm vorbereiten, Sponsorenlauf, Klassenleiterdingens, Geldeinsammelmarathone, Konferenzen, Zeugnisse schreiben, Nächstschuljahrabsprachen und so.

Nein, ich  mag keine Orchestersemesterabschlusskonzerte,
keine BuchstabenfestemitElternundkulinarischenMitbringseln,
keine KlassenzeltlagermitLehrerElternSpielen,
keine VerabschiedungszeremonienmitbittenocheinzustudierendemProgramm,
keine SchuljahresabschlussfeierninderaltenundinderneuenKlasse,
keine SchulfesteindereinenundauchinderanderenSchule,
keine TagederoffenenTürbeidemSiealsElternnatürlichherzlicheingeladensind,
keine AbibälleundEntlassfeiernwirwürdenunsfreuenwennSiemitunsfeiern,
keine MusikvorspieleaufdendiversenInstrumentenmeinerKinder,
keine FestlichenAusklängemitanschließendemGrillen,
keine BuchpräsentationenderliebenKleinendieElternsolltenaberdochdabeisein,
keine GemütlichenBeisammenseinszumAbschied,
kein all dieses mehr.
(Kleiner listiger Gedanke: Hätte ich mehr Kinder als ich habe, dann würden sich die Termine wenigstens überschneiden, und ich könnte mich jeweils beim einen mit dem anderen herausreden und umgekehrt und den Sommer dann ganz heimlich im eigenen Garten verbringen, wenigstens stundenweise ...)

Adventszeitähnliche Zustände. Und zwar seit den Pfingstferien, ohne Pausentag. Wenn mal ein Abend oder ein Nachmittag frei ist, wundere ich mich und frage mich, was ich denn heute bitte vergessen habe. Noch weitere drei Wochen geht das so. Genauer: drei Wochen und zwei Tage.
Derweil haben sich ein paar Viren im Hause Rebis bequem eingerichtet, die lieben also all diese Festivitäten, finden es lecker und gemütlich dort und denken gar nicht daran, wieder zu verschwinden, mitsamt dem Kopf- und Halsschmerz, den sie uns bescheren.
Und meine kinderlosen Kollegen motzen, weil ich mich bei kollegialen Herzlicheinladungen und Wochenendverbringdingern wieder abgemeldet habe. Zum Glück lässt sich das Hotel stornieren, und der Gastgeber muss das eben schlucken.
Warum, fragt er.
Weil.
Hä?
Weil halt. (im pampigen Ton meiner Kinder vorgetragen) Verstehste erst in paar Jahren, sage ich zu ihm und seiner schwangeren Frau. (War vielleicht ein bisschen gemein, das so herauszuplatzen. Der kann ja auch nichts dafür. Aber er wird wirklich schon noch sehen, später dann. Und mir wenigstens dann verzeihen. Bis dahin lebe ich mit seinem Groll ...)

Und noch was: Ich backe keine Kuchen, schmiere keine Schnittchen, raspele keine Möhren, shake keine Salatsoßen, nein. Nichts. Zu keinem der Feste. Mein Beitrag dieses Jahr: Supermarktkekse und/oder ein paar Getränke. Die Reste lassen sich dann prima gleich auf dem nächsten Fest beisteuern. So, basta. (Dieses Nein zu einem jeden Do-it-yourself-Beitrag, ohne Schuldgefühle - daran habe ich lange gearbeitet. Nun ist es aus der Not heraus geboren. Und fühlt sich gut an.)

Und nun nehme ich  meinen Kalender mit zum Nachttisch und blättere ihn vor dem Virenaustreibschlaf nochmal durch. Drei Wochenseiten weiter, bitte. Die halte ich mir ganz dicht vor Augen. Ferien, steht da. FERIEN.  F  E  R  I  E  N.
Frei.
Endlich frei.
Richtig frei.
Immer noch frei.
Endlos frei.
Nix mehr feiern, nur noch frei.
So wird das, dann.

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich lese so gerne bei dir und finde mich in vielem wieder - so auch bei diesem Artikel, habe ich es gerade doch ebenfalls verschriftlicht.

    Ich wünsche dir (und mir und uns allen, die wir zwischen Schule und Familie hin- und herhetzen) eine gute Restschulzeit und wirklich erholsame Ferien!

    Herzliche Grüße von
    Frau Weh

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  2. auch ich wünsch dir viel kraft und gute nerven!

    (auch mir ist dies ganze gefeiere und verabschiede zuviel, obwohl ich die beweggründe verstehe . uns naht der letzte kindergartentag ever und überhaupt, und ich geh schon nicht mehr zum sport, um einen abend frei zu haben und freu mich, wenn das chor ausfällt...tssss. --- in drei wochen sind schon 5 tage ferien!!!)

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  3. Bisher hatten wir eine Schule und einen Kindergarten zu bespielen. Im kommenden Schuljahr sind's dann zwei Schulen (von Kind1 und Kind2) und zwei Kindergärten (von Kind3 und Kind4 und meine neue Arbeitsstelle). Das wird dann so richtig lustig...
    Endspurt!
    LG, katobia

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