Freitag, 9. Januar 2015

in die Woche geblickt #1


dankbar
für gewesene und nachwirkende Ferien, fast frei von Terminen und Aufgaben, für pures Sein, ohne äußere Zeitbedrängnis, für das Zu-mir-kommen in tiefem Sinne, und für Zeit mit den Kindern; unter anderem spielten wir viel - was aber oft anstrengend war, weil beide Kinder schlecht verlieren können, es fließen Tränen, es fliegen Dinge über den Tisch ... bis ich eines Tages sagte, ich würde nur noch ohne solch emotionalen Ausbrüche mit ihnen spielen und dies ernst meinte - da kamen sie am letzten Ferientag angebettelt: Jetzt könnten sie dies. Und wirklich: Manchmal rangen sie sichtbar mit sich, aber gleichzeitig versuchten sie über sich selbst zu lachen, Spielstände nicht allzu ernst zu nehmen, sich einzulassen auf das Zufällige des Würfels - und plötzlich wurde es ein wunderbarer Ferienendespielabend, an dem wir gemeinsam an diesem Spiel saßen, uns gegenseitig Chancen zuspielten, miteinander über Tricks und Schliche lachten - ein wunderbares Geschenk.



berührt
von drei Töchtern - und diesem Bild: sie als Musik zu spüren, jede in ihrer eigenen Stimme, und in ihren Variationen des Seienden und zu Formenden die Kraft der gesamten Musik zu hören




begegnet
auf einer kurzen Reise zu Ferienende einem nahen Menschen, einer ganzen Familie, vielen Fragen und nur sehr wenigen Antworten (aber doch ...) - und wie auf jeder Reise begegnet man sich unterwegs auch immer selbst;
am Mittwoch dann waren wieder die Kollegen um mich, in einer anderen Form von Nähe, mit Neujahrsumarmungen, mit ersten Gesprächen --- und dann vielen müden, wirklich müden Schülern (und meiner Unfähigkeit, aus eigener Müdigkeit heraus animierend zu wirken)



gespürt
wie zu Schulbeginn Kraft zurückkehrt - Kraft wieder zu arbeiten, und Kraft, mich den Lähmungen, die dies erneute Rund-um-die-Uhr-Beschäftigtsein mit sich bringt, zu widmen,so dass alles auf neue Weise zu fließen beginnt



geübt
ja: nochmal ein Bahnhofsbild - weil ich dort saß, im trübesten Wetter, inmitten von Plätschermusik und lärmenden Menschen, und mich schon wieder in eine Art Resignation zurückziehen wollte, um zu konstatieren, dass ein Hineingehen in innere Welten bei solchem Lärm und Wetter eben nicht möglich ist - um während des Aufschreibens genau dieser Worte zu spüren, dass doch ... dieser Ort jetzt mein Ort ist, und mir Raum bietet für alles, was zu mir gehört - und in dem Moment wurde es leichter und lebbar (und dann habe ich versucht, diese Erkenntnis auf den Schulflur mitzunehmen ... ich übe weiter ...)



geteilt
Worte an und für mich selbst - und dann war da noch ein Brief, der mich sehr berührt hat und dessen Worte in mir nachwirken und zu Sagendes nach sich ziehen werden, bald



mir selbst geschenkt
diese Ferienmomente (die sich noch nicht als vergangen anfühlen), wenn morgens im Haus noch alle schlafen und ich mit Lichtern, Buch oder Tagebuch sitze, oder einfach nur in den Garten schaue


1 Kommentar:

  1. Wasserbilder, Kerzenflammen, Töchter, Sohn, Musik, Schule, Leben eben, und schon mit guten Wiedereinfindungen. Man spürt, es wird. Ohne dieses öde "Mussja". Eher: es kann, es darf...

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