Sonntag, 26. April 2015

Sonntagsgeschreibe

ein Blogpost
fünf private Mails
dreizehn dienstliche Mails
ein Gutachten für einen Schüler
mein Lehrerkursbericht für die Abizeitung
eine Begründung für einen GLK-Antrag
eine Trauerkarte
eine Gesundwerdekarte
eine Geburtstagskarte
Tagesfragen im Tagebuch

Ich springe wie ein Sprach-Chamäleon zwischen Stilebenen, Wortschätzen, Ausdrucksformen hin und her, zwischen nah und nüchtern, zwischen flapsig und formell, und muss aufpassen, nicht Du mit Sie zu verwechseln oder mit der falschen Schlussfloskel zu enden.
Quasi alle meine Lebensrollen sind sich heute in meiner Feder begegnet. Zum Glück hat sich diese nicht verknotet, auch wenn das müde Gefühl bleibt, ich müsse jetzt zum Ende des langen Tages eine Art Verwirrung erlösen.
Also werde ich mich ans Klavier setzen, die Klarheit einer Bach-Invention sprechen lassen, und danach wiederum das Tagebuch betreten. Dorthin also gehen, wo das reine Nur-Ich die Worte formt. Damit ich nicht im Gewand einer meiner zahllosen Rollen ins Land der Träume steigen muss.

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