Sonntag, 3. Mai 2015

im April


steht so vieles im Kalender: Palermo - Frühstück am weißen Strand - bis ins Meer fließende Bergrücken - die nebligen Gassen von Erice - Tempelchen in Segesta, Selinunt, Agrigent - Belustigung über Touristenmarotten (immer nur die der anderen, selbstredend ;-)) - Syracus und Papyrushain - gutes Essen, Wein, noch besseres Essen, Wein, kaum mehr zu steigerndes Essen - römische und griechische Theater - Taormina - Ätna in Schnee und Asche - die Sonne, überall scheint doch die Sonne - das Autofahren in Sizilien ist speziell, das Fährefahren dafür umso entspannter
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nach ein paar von Heimkehrdepression und Prokrastination geprägten Ankommenstagen die zweite Monatshälfte dann arbeitsam verbracht
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zum Beispiel zu Hause eine (gefühlte) Heldentat vollbracht, nämlich beide Kinderzimmer gestrichen, was im laufenden Schulbetrieb jeweils eine Woche dauerte: Mo-Do auf- und ausräumen, Fr abkleben, Sa streichen, So putzen, Mo-Di einräumen - wir haben's überlebt, und beide Kinder sind glücklich in ihrem neustrahlenden Reich
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der Sohn machte eine Arbeitserfahrung anderer Art: den Girls-and-Boys-Day verbrachte er beim Bäcker im Dorf (Erscheinen um 6 Uhr - upps, das hatte er nicht bedacht:)) mit Teigmischen, -kneten, -formen (und -essen) und kam eindruckserfüllt beglückt zurück
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die Uniklinik aufgesucht, wo sich mein vermeintlicher-Hörsturz-Schreck als nur-Infektion erwies *aufatmen*, wenn auch als hartnäckige
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in einer anderen Klinik gedanklich eine Operation begleitet
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dem Sohn und mir endlich die viel zu langen Haare gestutzt - das machen wir ja öfter, bedarf also keiner besonderen Erwähnung; nur diesmal waren seine so lang wie noch nie, woraufhin er mehrfach für ein Mädchen gehalten worden war, was dann wohl doch an ihm nagte, denn ...
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... in den letzten Tagen des Monats fieberte er einem besonderen Besuch entgegen, und ich durfte Begleiterin dieser - männlich coolen, also kaum sichtbaren - Vorfreude sein (und fragte mich, rückerinnernd an meine jungen Jahre, ob es mir damals auch so schwer fiel, mich mit einem jungen Mann meines Herzens zu einem Kinobesuch zu verabreden)
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neben diesen aufregenden Dingen natürlich wie immer die Schulschiene bedient:
Prüfungen über Prüfungen (die Runde nähert sich dem Ende - yeah)
Abiturkorrektur - und perfide sammelten sich nebenher Klassenarbeits- und Hefterstapel an, deren Abarbeitung vor sich hindümpelt, also in meinen Mai hinüberragt
Pädagogischer Tag und andere Konferenzen
Gutachten geschrieben
tränenreiche Elterngespräche geführt (kurz vor Schuljahresende wacht manche Familie in Panik auf)
mich beim Schreiben meines Abizeitungsbeitrages in Freude zurückerinnert an zwei Jahre mit tollen Schülern
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abschließend die Missgeschickserfahrungen des Monats:
ein stockender Automotor lässt sich durch Aufspielen eines neuen Updates (ein Begriff, den ich nie mit einem Motor in Verbindung gebracht hätte) nicht vom Stocken abhalten (was da noch kommen mag ...) - eine klappernde Stoßstange lässt sich durch Drauffahrenlassen eines anderen Autos offenbar nicht wieder in ihre Halterung pressen - "Fließknete" (oder wie heißt die richtig?), in der Hosentasche vergessen, lässt sich nur mehr durch Herausschneiden des Stoffes entfernen - aber, hej, mein in die Toilette gefallenes Handy hat sich trotz erster Falschbehandlung (ausprobiert, herumgetastet, gedrückt, geschüttelt) dann im professionell angerichteten Reisbadkoma erholt und binnen 48 Stunden wieder alle Lebenszeichen von sich gegeben
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und ein allerletztes: vom aufblühenden Garten fühle ich mich zutiefst erfreut und beglückt.

Kommentare:

  1. Hach, der Garten explodiert wieder!
    Frühlingsgefühle beim Sohn, dann kommen sicher bald Enkel - höhö.
    Aber schön, das alles!
    Gruß von Sonja

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