Dienstag, 25. Januar 2011

Anknüpfungsfaden

Zufällig traf ich gestern auf sie, die Eva Strittmatter.

Da sehe ich ihre Bücher noch auf meinem Nachttisch liegen. Weiß noch, wann ich zuletzt in ihnen gelesen hatte.
Dann bebte die Erde - im Außen, im Innen. Alles war plötzlich neu. Ich begab mich auf die schmerzhafte Suche nach dem Wesentlichen. Ballast durfte nicht mit. Und so wanderten die Bücher - zusammen mit so manchem, was sich damals im Zimmer befand - in eine Kiste.
Später fanden sie wieder ihren Platz im Regal. Ohne dass ich sie näher anschaute, stellte ich sie hinein. Ohne dass ich eine einzige Zeile in ihnen las, seit damals.

Bis gestern.
Wohin werde ich hier geführt?

Ich lese im Klappentext des Buches, welches damals obenauf lag - "Mai in Piestany":
"... Gekannt werden, wie man wirklich ist, sich selbst bekennen, wie man sich wandelt - man ist ja nicht, man wird durchschnitten von Lebenslinien, ist ausgeteilt an Fremdes viel mehr als an Eigenes, spürt immer mehr, daß es das Ich als Konstante nicht gibt ..."

... dass es das Ich als Konstante nicht gibt ...
Gestoßen in die Begegnung mit dem Ich meines Damals ...
... wie man sich wandelt - man ist ja nicht ...
Anzuknüpfen mit Fäden, die erst noch zu weben sind ...
... dass es das Ich als Konstante nicht gibt ...

Ein Faden ist schnell gewebt: Ich lege die Bücher wieder auf den Nachttisch, dorthin, von wo ich sie vor vielen Jahren wegnahm.
Und nun werde ich lesen ...

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