Mittwoch, 19. Juni 2013

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Jemand (eine Jemandin, der ich sehr danke!) hat mir dieses hier (klick) gezeigt. Zur rechten Zeit, dieser ach so passende Text, der mir mehr Augen öffnete, mehr Hoffnung schenkte in unserer Situation als ich irgendwo anders finden konnte.

Nein, nicht genau das ist uns passiert. Lang nicht so extrem, und nicht über eine so lange Zeit. Eine andere "Variante" - harmloser vielleicht (und das ist immer noch schlimm), und in Kombination mit etwas, bei dem ich (noch) kein Outing wage, weiter kryptisch bleibe.

Die Tochter wächst an ihrem Weg. Tag für Tag ein Stück. Ich habe beim Lesen dieses Textes so viele gute Ideen bekommen, die meinem dringlichen Bedürfnis, sie für ihren gegenwärtigen Alltag zu stärken, konkrete Formen anbieten, die meiner Hilflosigkeit die Nahrung entziehen. Auch wenn es wieder Momente gibt und geben wird, da mich Zweifel und Unfähigkeitsgefühle überfallen. (Das ist ja nun eines meiner Lebensthemen. Aber es sollte eben keines der Tochter werden ...)

Es ist leichter geworden, weil eine Entscheidung gefallen ist. Falls nicht noch ein Paukenschlag kommt, oder ein ganzer Baum quer auf unseren Weg stürzt, wird es Weg B werden.
Es tut gut, keinen riesigen Entscheidungsberg mehr vor sich zu haben. Nur noch kleine Berglein. Vor allem die tägliche Frage, inwieweit ich dem Kind seinen Weg nun abpolstern kann und sollte. Auf Watte kann man nicht laufen lernen. Aber sich an schroffen Stolperstellen ständig blutige Knie und Hände zu holen, das ist nicht lange auszuhalten.
Wie viel Vertrauen muss ich ihr schenken?
Wie viel kann ich ihr zumuten?
Wie viel eingreifende Hilfe braucht sie, wie viel Geländer, wie viel Schonung, wie viel Schutzraum?

Wir balancieren weiter.
Und das geht besser, wenn man sich nicht ängstlich an sich selbst oder an den anderen klammert, sondern wenn man die Arme weit ausbreitet, wie Schwingen, wie Flügel ...

Kommentare:

  1. Oh wie ich dich und deine Gedanken verstehen kann, auch hier bei uns sorgt das Thema Schule beim Großen immer wieder für schlaflose Nächte.
    Ich bin oft in Gedanken bei dir , längt fällige mails habe ich in meinem Kopf schon unzählige Male verfasst, und wünsche euch das dieser Weg sich für dich und deine Tochter richtig anfühlen wird und euch d dieser Schritt viele Sorgen und Ängste nehmen wird.
    Ganz liebe Grüße
    Rina

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  2. Ja, schlaflose Nächte, bei Euch ja auch. Beim Großen ist auch schon wieder eine Acht im so lange rund und glatt gelaufenen Rad. Ich wünsche uns Vertrauen ... in die Kraft der Kinder, irgendwie. Dass sie ihren Weg tapfer weitergehen.
    Gestern habe ich lange mit der Lehrerin telefoniert. Sie konnte mich bei einigen Dingen beruhigen. Bei anderem sind wir beide ratlos. Aber zu sprechen, das fühlte sich schon gut an.
    Ganz liebe Grüße zurück,
    Uta

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