Freitag, 4. Januar 2013

jetzt schon?

Die Tochter liebt es Briefe zu schreiben. Täglich bekomme ich mehrere. Kann sie ja noch nicht so lange, badet noch jeden Tag im Glück dieses neuen Kommunikationsmittels.

Heute ein besonderes Exemplar - mit Brief im Brief, sozusagen. Aber nicht deswegen besonders. Sondern weil mich der Inhalt des Briefs im Brief grinsen ließ::



Hintergrund: Gestern waren wir bei Freunden mit auch zwei Kindern, auch großer Junge und kleines Mädchen, wie unsere. Sie spielten streng separiert in zwei Zimmern - die Mädchen Verkleiden, Disko, Babyeltern, die Jungen Bauen, Rauben, Straße-unsicher-machen.
Und - neu im Programm offenbar: Briefe wie diese :)
Ähm: ist das nicht ein bisschen früh? :)
(Die Mädchen sind 6 und 8, die Jungs 10 und 11.)

Kommentare:

  1. Immerhin haben die Mädchen schon begriffen, dass Jungs klare Ansagen brauchen und am liebsten wenig Worte machen. Hoffentlich vergessen sie das nicht wieder, bis es ernst wird.

    Herzlichst
    Marie

    (die sich von deinem Blog schon lange berührt fühlt und dich das endlich einmal wissen lassen möchte)

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  2. Du kannst stolz sein, solche Briefe zu erhalten und für mich erübrigt sich die Frage, ob das inhaltlich nicht etwas zu früh ist. Diese Unbekümmertheit mit welcher er Dir geschrieben wurde, zeigt doch, dass da "nichts schlimmeres" dahintersteckt und auch, wie klug Deine Tochter ist.
    Den Rest machen wir Erwachsenen daraus.
    Meine Frage wäre eher,wielange wird sie mir noch so etwas erzählen können und wie gehe ICH mit dem mir anvertrautem um?
    Ich erinnere mich unangenehm daran, als ich beobachtete, dass meine gemalten Bilder oder Briefe von der Mutter herumgereicht wurden und habe dann damit aufgehört, mich auf diesem Wege mitzuteilen. In diesem Alter wusste ich noch nichts von den Ängsten oder auch dem Stolz, den wohl viele Mütter in Bezug auf ihre Kinder haben. Nur - um wen geht es dabei WIRKLICH ?
    Nichts für ungut und liebe Grüße
    von Joona

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  3. Ganz schöne Schritte in das große Leben....
    Gruß von Sonja

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  4. Liebe Marie,

    vielen lieben Dank für Deine Worte, für die letzten.
    Und meinst Du, dass das im Moment nicht nur Nachmache ist, insbesondere die äußere Form des Briefs? Ich habe das noch nie genau beobachtet, glaube aber, dass die Briefe, die ich im Landheim und im nachmittagsverlassenen Klassenzimmer auffinde, ähnliche Struktur haben - egal ob von Jungen oder Mädchen verfasst. So schreibt man sich heute eben :) (Werde aber mal beobachten, ob es Geschlechtsspezifika gibt - wie gesagt, die jungen Menschen lassen diese Zettelchen oft unachtsam liegen, wenn sie gehen :))


    Liebe Joona,

    Du wirfst hier eine Frage auf, die mich lang schon und immer wieder beschäftigt: was darf ich von meinen Kindern erzählen, und was eben nicht. Im Moment handhabe ich es so, dass ich das, was die Kinder anderen Menschen selbst ausplaudern, auch hier erzähle, und das was als "Geheimnis" anvertraut wird, natürlich nicht.
    Diese Briefe an "mich" werden übrigens von ihr selbst herumgezeigt und man stolpert über sie im ganzen Haus, dieser hier lag auf dem Küchentisch, so dass selbst der Briefträger ihn lesen konnte :) Deswegen habe ich mir gedacht, hier, wo außer den Großeltern niemand aus dem "realen" Lebensraum liest, nichtmal der Bruder - hier wäre es in ihrem Sinne aufgehoben, denn den Großeltern zeigt sie so etwas auch. War also noch kein intimes Geheimnis :)
    Aber dennoch: ein ganz wichtiges, dringendes Thema. Ich lese ja in vielen Blogs, in denen viel über die Kinder erzählt und gezeigt wird - und bin mir selbst immer wieder unsicher. Ganze Lebensbereiche von ihnen und Facetten ihres Wesens, viele Probleme lasse ich hier weg. auch die Tränen. (Und dabei wäre es für meinen Sohn - in seinem Alter - wohl schon zu viel erzählt, DASS es da Tränen gibt …) Auch gemalte Bilder meines Sohnes werde ich hier nie zeigen, denn da frage ich ihn - und er sagt IMMER nein :)
    Und doch denke ich manchmal: Darf ich überhaupt irgendetwas von den Kindern erzählen … Ja, Du hast Recht, es ist ein sensibler Bereich. Vielleicht schreibe ich mal einen Post dazu, es bewegt mich sehr.

    Ängste übrigens: Nee, hatte und habe ich nicht. Vielleicht hätte ich ein deutlicheres Augenzwinkern dahinter setzen können. Also hier eines: ;-)


    Liebe Sonja,

    groß - ja: es zeigen sich ihr langsam Facetten des "Großenlebens". Wunderbar zu beobachten.
    Was mich aber auch immer sehr berührt: Diese Schreibung. Schon auf halbem Weg zu Rechtschreibnormen, und doch noch völlig durchsetzt von kindlicher Unbefangenheit. Und ihre (nichtgenormte, kindliche) Aussprache wird auch gut sichtbar :) Und dass die Aussagen so klar dahingeschrieben werden, noch ohne Schnörkel, unverblümt. Ich liiieeebe diese Tochterbriefe. (Auch als Spiegel …)

    Danke für Euer Hiersein,
    Uta


    PS: Und im nächsten Leben werde ich lernen, was ich im Blog umstellen muss, dass ich Kommentare einzeln beantworten kann ...

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