Montag, 5. Mai 2014

Wochenrückblick 18/14


Wetter
trübkalter Wochenbeginn, mit Regen, Regen, Regen, dann hin und wieder ein paar Wolkenlöcher für die Sonne, noch nicht aber für neue Wärme
gemacht
eine Vaterverlustbeileidskarte geschrieben und ein Päckchen dazu gepackt; mich an einem Spaziergang rund um die Musikschule erfreut (die übliche Wartezeit mal nicht im Café versessen); viel Besuch; zwischendurch zögerliche Versuche, das Haus zu verlassen - doch außer klitzekleinen Spazierrunden wollte ich mit dem Wetter nicht unterwegs sein; also im Haus gewerkelt: Kinderkleider aussortiert; Tüten zum Weggeben gepackt; Tochterschrank aufgebaut; heldenhafte Mengen gebügelt; und heute dann doch noch eine Fahrradrunde (mit Begrüßungscachen für den Sohn, worauf sich seine Orchesterfahrt-vorbei-Wehmut etwas aufhellte)
gehört
im Auto Cellomusik mit Mischa Maisky, und das zarte Stimmchen der Tochter dazu von der Rückbank; viel zu wenig Geräusche im Haus, die ganze Woche lang :)
gelesen
Surminskis "Kinder von Moorhusen" zu Ende gelesen, ein bisschen Tageszeitung, ein bisschen Internet-Artikel - viel zu wenig, irgendwie
gegessen und getrunken
Sauerkrautstrudel, Windbeutel mit Spinat-Käse-Füllung, Saltimbocca, frittiertes Gemüse, gegrillte Würstchen, Kartoffelsalat, Spargelsalat, Taboulé, gebackene Dorade - wir hatten viel Besuch, und deswegen auch lecker Kuchen und so manches Glas Wein; Wasser, Tee, Kaffee (weil das Pulver eines Morgens alle war, gab es den notgedrungen mal in hellbraun-durchsichtig - mit viel Einbildung schmeckte es wie Roibuschtee mit Kaffeearoma:))
begegnet
gleich am Montagmorgen gedanklich der Geburtstagsfreundin; dann all unser Besuch: die Musikfreundinfamilie, die Verwandten, die Schulfreundinfamilie - hier war wunderbar volles Haus; nur einer fehlte - und der kam heute Morgen wieder zurück - hach!
gedacht
dass ich meinem Körper lange abverlangt habe, dass er für mich funktionieren solle, was er bisher frag- und klaglos tat, nur eben in letzter Zeit - das ist wohl dieses Alter jetzt - ein paar Zeichen gibt, und dass es also nun an der Zeit wäre, auf diese Zeichen zu hören, und wie das konkret aussehen könnte, darüber fängt meine Denkmühle auch schon an zu drehen
gefühlt
ein bisschen nochferienstimmig, ein bisschen schon wieder alltagsunruhig; und genauso schwankte es, wenn ich an mein großes Kind dachte - immer hin und her zwischen "er fehlt", "ich sorge mich" und "wie groß er schon ist", "was er alles erleben darf"
gestaunt
(immer wieder aufs Neue), dass sich mit nur einem Kind Geräusche, Aufregung, Unruhe, Treppengetrappel im Haus auf ein Bruchteil reduzieren - physikalisch ist das jedenfalls nicht erklärbar:); wie das Pubertätsbuch von Jesper Juul dem Miteinander der Herzenskollegin und ihres Sohns offenbar eine Tür geöffnet hat, sie wirkt ganz verwandelt - und das ermutigt mich, das Buch selbst auch nochmals zu lesen
gekauft
Bücher und Karten zum Verschenken; und - jetzt habe ich es wirklich getan, so schnell entschlossen! - ein Netbook mit Tablet, weil ich doch oft die Hälfte des Tages irgendwo in der Schule oder unterwegs versitze und diese Zeit nicht nutzen kann, so dass immer ein Arbeitsberg für abends bleibt: nun beginnt also das Experiment, ob ich es schaffe mich umzustellen
gefreut
wie immer nach den Ferien: meine Schüler wiederzusehen (auch wenn die Schüler diese Freude nicht ganz teilen:); über die immer SO wortwitzig-kreativen Mails unserer Sekretärin - das Informiertwerden wird zum Lesevergnügen; und dass wir nächstes Jahr an der Schule eine neue Physik-Kollegin bekommen - wir sind nämlich so ausgedünnt, dass ich schon befürchtete, ich dürfte nur noch Physik, kaum mehr Mathe unterrichten
geärgert
dass Computer und Internet in unserem Haus nie so funktionieren wie sie sollen, und dass sie daher immer lange Zeitfenster und Kräfte binden, die ich nicht gern darauf verwende (und dann steigere ich mich in eine Verärgerheit, die dann erst recht ärgerlich ist, weil das Geschehen um Computer&Co und mein mit diesen Blackboxen IMMER vorhandenes Unfähigkeitsgefühl es schließlich nicht wert sind, dass sie zu etwas Innerem werden ...)
gelacht
mit meiner fünften Klasse über - ich weiß gar nicht mehr was, ach doch, es fällt mir gerade wieder ein, aber ich erzähle es hier nicht ;-) - jedenfalls haben wir lange alle überhaupt nicht mehr aufhören können zu lachen -  so intensiv ist das im Unterricht selten, also hat es - hach - all mein sonstiges Lachen der Woche überleuchtet
berührt
der Tochterwunsch, sie möchte unbedingt mal den Kreißsaal sehen, in dem sie geboren ist - warum? "Damit ich sehe, was ich mit dem ersten Blick meines Lebens gesehen habe."; der gewachsen, gereift, besonnen zurückgekehrte Sohn - was er alles mitbringt, innerlich und äußerlich (es klingt vielleicht banal, aber nee, isses nicht: das Konzerthemd lag sorgfältigst gelegt im einzigen Fach der Tasche, wo es nicht knittern kann - ich dachte erst, das wäre noch meine Faltung, aber Beweisfotos zeigen, dass er es angehabt haben muss - ich staune über seine Verantwortungsübernahme - wie gesagt, das Hemd ist nur ein kleines, fast unwichtiges Beispiel, das ich wähle, weil die wichtigeren Mitbringsel nicht zum Hiererzählen sind - er stupst mich mit der Nase darauf, mehr loszulassen, ihm mehr zuzutrauen - ja, ich werde dieses Buch schleunigst lesen)
Ausblick
eine Arbeitswoche mit einem dienstlichen Samstagganztags, dazu drei Abendterminen, fünf Vormittagen sowieso, und dabei ist noch nichts vorbereitet; zudem zeigt der private Kalender neun Nachmittagstermine - ich atme schon mal tief durch und gebe mir große Mühe, nicht allezeit zu denken "wenn nur schon erst Samstag Abend wäre"
Dankbarkeit
für die besten Sekretärinnen der Welt - in beiden Dienstorten haben wir so wirkliche Goldschätze, die einen auffangen, beruhigen, ja überhaupt: größte Ruhe im größten Chaos ausstrahlen, helfen sowieso, und das in engelsgleicher Geduld und mit Seele - hach!; und dass der Busfahrer den Bus heil nach Spanien und zurück gelenkt hat

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