Montag, 12. Mai 2014

Wochenrückblick 19/14


Wetter
Aprilwetter (welches es im April so gar nicht gab); am Sonntag schließlich rissen die Böen auf der Terrasse Pflanzentöpfe um
gemacht
Arbeitszeitbilanz: 59 Stunden - viel zu viel, und darum passte auch keinerlei Wochenrückblick mehr in den Sonntagabend, ich hetzte nur noch die Wochenvorbereitung für heute durch; aber da war viel Schönes in diesem Arbeitsberg: Mathenacht mit unseren 5ern, Fahrt ins Mathematikum Gießen, sehr gute Beratungsgespräche, und dann - tata! - die ersten Stunden mit Tablet statt Papiervorbereitungen auf dem Lehrertisch (hätte mir jemand gesagt, dass das nicht nur einfach geht und sich schon nach drei Testtagen nach deutlicher Arbeitserleichterung anfühlt, sondern dass ich damit von nun an Formeln ganz simpel per Stift und Hand eingeben kann - oh, ich hätte mir so ein Teil schon vor 30 Jahren gekauft :))
gehört
Musik des Sohnes mit seiner Wunschmusizierpartnerin, die vor drei Jahren schon wunderbar zusammen gespielt haben - dann zog ihre Familie weg, wir sahen uns nicht mehr, aber beide Kinder wollten seither so un.be.dingt wieder miteinander spielen, dass wir uns am Sonntag erstmals trafen, um die Kinder jetzt öfter zusammenzubringen, denn es war für uns Erwachsene im Hintergrund atemberaubend, was sich da binnen Minuten an Musik entfaltete (gibt es so etwas: Musikliebe auf den ersten Blick?)
gelesen
Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen; eine noch nicht veröffentlichte Abizeitung, und Bedienungsanleitungen (im Unterschied zu den Kindern erschließt sich mir so ein Tablet ja nicht aus dem Bauch heraus)
gegessen und getrunken
Lasagne, frittierten Lachs, Radicchio, hm, gabs noch andere warme Mahlzeiten?, jedenfalls: viel Stulle unterwegs, und viel Coffee-to-go dazu
begegnet
Kollegen, Eltern, Schülern, Referendaren, ab und zu meinen Kindern, und am Sonntag dann dem Besuch-siehe-oben
gedacht
wie viel tausend Gründe mir einfallen, warum ich meinen Beruf so liebe, immer noch, immer wieder, immer noch mehr
gefühlt
trotz all der Eile im Äußeren viel Ruhe und Frieden in mir
gestaunt
mit welchen Dingen sich Menschen ausdauernd, ein Leben lang, beschäftigen können - und dass dabei so Schönes herauskommt; vor allem diese hier haben mich sehr beeindruckt; und dann staunte und staune ich noch, wie binnen weniger Tage von unserem Esstisch ein frisch ausgeliehenes Bibliotheksbuch, ein Englischtest und eine nicht ganz kleine Kamera spurlos verschwinden können (wir suchen und suchen, und morgen werden wir wieder suchen ...)
gekauft
irgendwelche Adapter für irgendwelche Buchsen und Stecker, und dann mal kein Buch im Shop des Mathematikums, obwohl ich sie eines nach dem anderen in der Hand hatte; dafür zwei Schlüsselbänder
gefreut
als der Sohn sich bedankte für etwas, was ich ja eigentlich täglich tue, und in dem Moment war mein Tun sogar vergebens - aber er, so mit langem Blick: "Danke, Mama."
geärgert
weil jemand ob meines unterrichtsfreien Vormittags zu mir sagte "Du hast doch morgen nichts zu tun" - dabei sollte ich doch längst mein Lehrer-Mantra gelernt haben: ... ich verteidige mich nicht ... ich verteidige mich nicht ... ich verteidige mich nicht ...
gelacht
wie die Kinder mit einer Kollegin von mir auf der Rückbank gequetscht sitzen und vor lauter Langeweile auf dem Handy der Kollegin youtube-was-weiß-ich-Videos schauen und dazu auf einer Klaviermusik-App herumfingern und jedenfalls alle drei sich ganz kringelig lachen, so salvenartig, langandauernd - wunderbar
berührt
meine Kinder strahlend-glücklich-geborgen inmitten von Gleichaltrigen zu sehen (das war auch schon anders)
Ausblick
es geht arbeitsam nochmal so weiter wie in den letzten Tagen, aber diesmal nur bis Freitag, diesmal wird es ein echtes zweitägiges Wochenende geben, und keinen Besuch, sondern einfach mal ein bisschen frei
Dankbarkeit
dass, als ich für einen Moment nicht aufpasste, mein Schutzengel dies dafür um so mehr tat

Kommentare:

  1. Schön! Das wollte ich auch grad sagen! Vor allem die ungebrochene Freude am erwählten Beruf! So geht rasantes Gutleben!

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  2. Das liest sich gefüllt und erfüllend!
    Sag', darf ich mir die Stichworte für den Wochenrückblick "mitnehmen"? Ich suche gerade nach einem Weg, mein Blog nicht ganz einschlafen zu lassen, weil ich längere Gedankengänge und Texte einfach nicht schaffe derzeit - da sind zwar lauter Fragmente im Entwurfsordner oder auch in meinem Kopf, die ich dann aber irgendwann unfertig verwerfe. Und ich glaube, so ein Fokussieren auf einige, alltäglich-wichtige Dinge könnte mir helfen.
    Liebe Grüße,
    katobia

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  3. Ja, aber natürlich doch - das ist doch sowieso gar nicht meine Erfindung. Für mich war es, als ich mich von frausiebensachen hab inspirieren lassen, ja auch ein Auslöser, dass ich so wenigstens ab und zu Stichpunkte festhalte, wenn ich schon zum ausführlichen Reflektieren hier kaum mehr komme. So bleibt mir selbst etwas von der Woche, vor allem Bewusstheit über diesen Reichtum - ja, in der Hamsterradeile muss man glaube ich wirklich aufpassen, nicht alles Wahrnehmen zu verpassen.
    Ich freu mich, wenn ich über Euer Hofleben lesen darf ... Lieben Gruß, Uta

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