Dienstag, 23. September 2014

Wochenrückblick 38/14

(Es wird sich wohl einschleichen, dass ich erst montags schreibe. Selbst bei arbeitsfreiem Sonntag. Oder gerade dann: So wertvoll, den Computer mal ganz auszulassen. Und so entspannt, den Alleinvormittag nicht sofort um sieben am Schreibtisch zu beginnen. Obwohl dieser ruft, immer lauter, immer drängender.)

Wetter
Draußensitzwetter, zuweilen richtig Sommer - für mich mal wieder viel zu warm (vor allem in den Klassenzimmern), während alle anderen aufjuchzen; erst am Sonntag Regen mit Gewitter, Hagel, Winden - die ganze Palette
gemacht
sooo früh aufgestanden, sooo ungewohnt wieder einen Rhythmus zu leben, sooo viele Termine plötzlich - wir haben aber alle Sporthallen und Musikzimmer noch wiedergefunden; am Montag zunächst das neue Schuljahr mit einem dicken Eisbecher begrüßt; an so manchem Abend spielend und redend beieinander gesessen - in der ersten Woche erzählt ja sogar der Sohn noch aus der Schule; viel in der Schule gewesen, einschließlich GLK (Gesamtlehrerkonferenz) - die schönste je erlebte, weil so viel Wichtiges zu feiern war; an die Schreibtischabende noch nicht wieder gewöhnt; das sogenannte arbeitsfreie Wochenende dann für Steuer, Beihilfe und Krankenversicherungsanträge genutzt - und versucht mich nicht in negative Gefühle gegenüber diesen nervigen Lebensverwaltungstätigkeiten hineinziehen zu lassen; eine Einschulungsfeier besucht und den Straßenausschank am Fluss, an dem es neuen Wein gibt (willkommen, Herbst!)
gehört
ich liebe dieses bunte Ton-Klang-Stimm-Gemisch aus allen Fenstern der Musikschule - und mittendrin höre ich immer die meinen heraus:) ; meine eigenen Klaviertöne: upps - geht doch noch; die Aufzeichnung eines Jubiläumskonzerts, auf dem wir Alten unsere alten Lieder singen durften - hach, ich musste das gleich nachts anschauen und habe dafür eine halbe Nacht Schlaf versäumt
gelesen
Meike Winnemuth: Das große Los - bin fast fertig (und fühle mich, obwohl ich so ganz anders lebe, denke und fühle als diese Frau, doch irgendwie aufgerüttelt von ihrem Erleben, einfach so in die Welt aufzubrechen und das Gewohnte zu Hause zu lassen)
begegnet
unserer Klavierlehrerin bei neuem Wein und einem Gespräch über das Leben; anderen Eltern im Dorf - nach den Ferien muss man sich erstmal durch die Straßen plaudern:); einer Freundesfamilie und deren Freunden
gedacht
grübel: wie viel Einmischung braucht ein Pubertierenden-Chaos-Zimmer - und wie viel Aushalten werde ich in den nächsten Jahren erlernen können? und wie schaffe ich es, die vielen Für-mich-Inseln dieser Woche beizubehalten?
gefühlt
ja wie eigentlich? - im Dazwischen-Zustand: nicht mehr dort, noch nicht hier
gestaunt
wie viele To-do-Dinge in eine Alltagswoche passen; wie selbstständig die Kinder plötzlich ihre Schulsachen in die Hand nehmen - war das vor den Ferien nicht noch ganz anders? und auch sonst sind sie plötzlich ganz groß, scheint mir
gekauft
eine Fahrkarte zu einem Treffen mit meiner Vergangenheit (die durch das gemeinsame Singen im März wieder zu einem Stück Gegenwart wurde - sonst hätte ich wohl diese Fahrkarte nicht gekauft); ein paar Nachzüglerschulsachen (die Kinderschulen teilen freundlicherweise ihre Listen sonst schon vor den Ferien aus); Klezmer-Noten, einfach so, in der Hoffnung, dass die Kinder irgendwann Musik draus machen (der Sohn hat schon angebissen); ein neues Portemonnaie für den Sohn - grmpf - siehe unten
gefreut
mit den Kindern über ihre Lehrerfreude: beide haben es gut getroffen und sind am ersten Schultag fast abgehoben vor Glück; so viel gutes Erleben in der Schule; und auch darüber mich während der Musik- und Sportwartezeiten in ein Café gesetzt zu haben, mit Blick auf den Fluss, nur für mich, ganz selig mit Milchkaffee
geärgert
dass Herr Sohn seine Verkehrsverbund-Jahreskarte schon vor Schulbeginn verbummelt hat und ich deswegen stundenlang im Servicecenter anstehen musste, zumal mit der Aussicht, dass wir eine zweite verbummelte nicht mehr so einfach ersetzt bekommen - grmpf: jetzt frage ich jeden Abend und jeden Morgen nach, wo das kostbare Stück steckt - bisher ist sie noch da
gelacht
weiß nicht mehr genau: wir haben gerade so viel Wortwitz am Tisch, denn die Tochter beginnt zu entdecken, wie herrlich man mit Sprache spielen kann - ab und zu platzt sie mit etwas heraus, das uns fast unter den Tisch wirft vor Lachen (leider vergesse ich das so schnell wieder wie Witze)
geweint
ein Jahr bist Du nicht mehr hier, (((Oma)))
berührt
von den 5t-Klässlern im Schulhaus - mensch, wie klein die sind - mittlerweile sind schon engste Kindergartenfreunde der Tochter dabei *schluck*
Ausblick
eine noch abgespeckte Schulwoche, da Studienfahrten und Prüfungen meine Präsenzzeiten um ein Drittel vermindern, so dass ich wiederum im Home Office ... ja stimmt, mein Schreibtisch ruft, ich komme ja gleich ...
Dankbarkeit
all diese kurzen Für-mich-Zeiten der Woche, eingestreut zwischen dem wilden Wirbeln

1 Kommentar:

  1. Aber echt voll Herbst!
    Mitten im Leben, so Vieles, so prall! Gutes weiteres Gelingen.
    Pubertät ist, wie alles, lediglich eine Phase- aber wem sag ich das....

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