Mittwoch, 14. September 2011

Prüfstein

Dieser erste Schultag, 13 Stunden an der Schule, nahezu ohne Essens- und Trinkpause,
dieses Fest in der großen Halle, wo die Aufregung auf der Bank der neuen Klassenlehrer wohl nicht kleiner war als auf den Neuschülerbänken,
diese ersten Begegnungen mit ihnen - weltenöffnend, berührend, und so intensiv, dass ich schon jetzt ein Buch vollschreiben könnte, hätte ich Zeit,
diese meine erste Schulwoche mit 30 Unterrichtsstunden (das ist 1,2faches volles Deputat bzw. das 1,5fache von meinem eigentlichen bzw. das Doppelte von meinem letztjährigen) und mit drei Konferenzen und der Einarbeitung eines neuen Praktikanten und tausend sonstigen organisatorischen Dingen,
diese Nächte, in denen ich folglich am Schreibtisch sitze bis es nicht mehr geht - das Ziel: 1 Uhr Schlafenszeit, nicht immer eingehalten bisher,
diese Neueinpendelung auch meiner eigenen Kinder, die Schritt für Schritt in den Wochenalltag zurückbegleitet werden müssen, die sehr unruhig und weinerlich sind,
dieses Nebenherproblem, dass wir seit einer Woche ohne Telefon sind, ich in meinem Arbeitszimmer immer noch kein Internet habe (obwohl seit Mai beantragt) und es mittlerweile ein wenig Kraft kostet, eben keine Kraft darauf zu verschwenden, sich über die Te.le.kom zu ärgern, sondern dies gelassen in den Alltag einzubauen,
...
all dieses scheint als Prüfstein vor mich gestellt:
Ob ich nach den Ferien auch wirklich erholt sei.
Ob ich voller Kraft sei für diese erste Wirbelphase.

Und ich nehme wahr:
Ja. Ich bin es.
Es geht mir gut. Es geht mir wirklich, wirklich gut. Dies sind so Tage, an denen mir innerlich ganz warm wird, weil ich mich von meiner Arbeit so reich beschenkt fühle. Weil ich spüre, wie glücklich ich dort sein darf. Weil ich mir keine schönere vorstellen kann ...

(Und wieder werde ich den 1-Uhr-Vorsatz nicht einhalten. Doch wenigstens ein kleines Piep wollte ich hier geben.)

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