Sonntag, 11. April 2010

Morgenglockenläuten

wollknäuelgleich – dieses Wort fliegt mir in den halbschlafenden Sinn, dieses Wort für den erwachenden Tag, als sei er wie ein verwickelter Faden, den abzuspulen, auszurollen, sichtbar zu machen, in ganzer Länge mit allen Farben nun vor mir liegt. Dieser Tag, traumgetränkt …

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Zwei Schalen, gelb und orange, stehen mir deutlich vor dem halbwachen Auge. Schalen: mit Nährendem, zum Trinken, zum Ausschenken. Oder waren sie leer? Zu füllen noch? Ich weiß es nicht mehr, mein Traumbild zeigt mir nur Form und Farbe.
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Und eine Geisterfahrerbegegnung, irre Typen in schrottaltem Auto, die sich anschickten … wir waren in der richtigen – der üblichen – Richtung unterwegs, blickten ihnen nach, was nun gleich geschehen würde, sollten sie beschleunigen …
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Selbst suchten wir den richtigen Zug, der Zielname war uns entfallen, fremdes Land, fremdes Ortswort, einsilbig, Vokal a …
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Und ein erregtes Gespräch, wie und ob ein Etwas zu reparieren sei. Wer weiß, was das war, das Etwas?
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Und Schulstundenende, irgendwie, nachdem wir alle Pflanzen, alles Lebendige aus dem Klassenraum weggetragen hatten, obwohl die Schüler extra die Tische umgestellt hatten, um besser sehen zu können. Da standen nur noch Aufgaben auf dem Tableau, Lehrbuch Seite soundso Aufgaben von soundso bis soundso – das war das Ende.
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... ein Wollknäuel-Schalen-Richtungssuch-Lebensrichtungs-Tag, der jetzt erwacht. Der mit seinem Morgenglockenläuten in meine Träume hinein sich schiebt.
(Und jetzt, da ich’s aufschreibe, lösen sich alle Bilder in Luft auf …)

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