Dienstag, 8. Juni 2010

Lichtfünkchenregen

Das hatte ich noch nie: dass das Licht der eben aufgehenden Sonne durch den Spalt des geöffneten Fensters genau in meine Dusche scheint, den Wasserregen beleuchtet, unter dem ich stehe.

Völlig fasziniert entdecke ich sie, die kleinen Lichtfünkchen, die von oben nach unten sprühen, die inmitten desWassers sich schlängeln, ein jedes nur einen Hauch lang, nach rechts und links tanzend, regenbogenglitzernd den hier hellen, dort dunklen Wasserstrahl umwinden, die kommen und gehen …
Ich schaue und schaue.
Werde genauso in den Strahl hineingezogen wie der Dampf, der von unten aufsteigt, noch ein wenig wirbelnd seine winzigen Tröpfchen durchmischt, bevor sein trüber Nebel im Lichtwasser verschwindet …
Ich schaue und schaue.
Dieses fließende Leuchten vor mir mit all seinen tanzenden Regenbögen, vielleicht wirkt mir das nur deswegen so wunderbar, weil meine Augen alles unscharf sehen, denkt es in mir einen Augenblick lang. Ein seltener Segen meiner Kurzsichtigkeit, sozusagen. Doch im nächsten Moment: Es ist nicht wichtig, warum ich das Leuchten sehe. Ich brauche nur einzutauchen, mich hineinzubegeben in den Lichtfünkchenregen rings um mich …
Ich schaue und schaue.

Ach, es lässt sich nicht mit Worten beschreiben, was ich eben sah. (Und ablichten sowieso nicht; ohnehin ist der Ort zu feucht für die Kamera ;-))
Viel zu lange stehe ich unter der Dusche. Auch wenn ich frei habe – die Kinder müssen los. Sie kommen fast zu spät heute.

Und ich, ich wundere mich, dass mir gerade heute dieses Morgenlicht begegnet ist.
Dass gerade heute die Sonne an genau dieser Stelle aufgeht, dass gerade heute das Fenster geöffnet war, dass gerade heute … nein, es ist müßig, dem nachgehen zu wollen.
Gerade heute, um mich zu empfangen im Nachurlaubs-Hier, dem bislang traurigen? Vielleicht.
Eigentlich wundere ich mich auch nicht. Sondern beginne jetzt meinen Schreibtischtag. Noch ganz lichtregengeflutet …

Kommentare:

  1. liebe uta,

    welch ein wunderbares morgengeschenk an dich!
    ich denke, dass du solche kleine lichtfünkchen auch in den kommenden wochen finden kannst, wenn du dich nicht im "endspurt" befindet.

    alles liebe
    heike

    mmh, menn du möchtest, kannst du das nächste mal den brotkauf gerne mit einer kaffeepause verbinden.:)

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  2. Oh ja - die nächste Italienreise kommt bestimmt. Nur ist das doch ein Stück weg von der Autobahn zu Euch??? Weiter jedenfalls als Nesselwang?

    Lieben Gruß
    Uta
    (innerlich nicht spurtend, nur äußerlich)

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  3. ich dachte (ohne in eine karte zu schauen), ihr seid über bregenz gekommen, dann wäre es durchaus eine option gewesen.

    heike

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  4. Liebe Uta,

    ich nutze schnell eine kleine Verschnaufpause um dir ein herzlich willkommen zurück zu schicken. Schön dich hier wieder zu lesen :-) und ich hoffe sehr das sich deine Traurigkeit ob der Heimkehr auch bald in Lichtfünkchen verwandeln kann. Ich kenne dieses Gefühl des Spurtens gerade selber nur zu gut, meine Blog-verschnauf-pause daher auch nur von kurzer Dauer

    Liebe Grüße
    Rina

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  5. Ich kann nur vermuten - denn ich bin sozusagen für die Routenplanung nicht zuständig und habe mich darum noch nie gekümmert - warum wir diese Strecke nie nehmen. Nach dem "Westen" (Mailand und so) ist es für uns über Basel-Gotthard näher, und nach dem "Osten" (Brenner-Bozen) über den Fernpass.
    Hab's mir jetzt auf der Karte angeschaut: Stimmt - da wohnt Ihr ja ganz nah ... (und eine Option dann allemal :))

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  6. Du hast Dein Morgengeschenk als Geschichte im Blog weitergegeben. Es ist wunderschön zu lesen und ich kann es mir gut vorstellen! Danke!
    Elisabeth

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