Mittwoch, 9. Juni 2010

Der Neue

Gestern Morgen noch dieser:



Heute schon mit dem Neuen:



Und das alles nur wegen dem letzten Skiurlaubstag. Weil all die Blessuren, die er davongetragen hat, versicherungstechnisch Totalschaden bedeuten, steht nun ein Neuer vor der Tür.
Was wir gar nicht wollten, nicht nach nur fünf Jahren :(

Wann immer aber eine Spur von Ärger sich in mich einschleichen wollte – weil ein neues Auto teuer ist und weil die italienische Versicherung noch nicht mal den ganzen Schaden zahlt und der deswegen eingeschaltete Anwalt eine Lusche ist und überhaupt, weil mir diese Art von Besorgungen einfach nur lästig ist – wann immer also ich stöhnen wollte darüber, fiel mir, dass alles noch hätte ganz anders kommen können.

Dass zum Beispiel wir – und nicht all die anderen – den Hang hinuntergerutscht wären (schlimmer noch: jemanden auf der spiegelglatten Straße dabei überfahren hätten).
Dass mein Mann nicht so geistesgegenwärtig gewesen wäre und die Tochter aus dem Auto gerissen und hinter den Schneewall geworfen hätte, kurz bevor der Erste uns rammte.
Dass wir selbst beim Schneekettenbefestigen uns nicht umgeblickt hätten, als oben der nächste ins Rutschen kam.
Ja dass bei all diesen Rutschpartien dort - einer nach dem anderen kreiselte die Straße hinunter - kein einziges wirkliches Unglück geschah. Nur Blech und gesplittertes Glas.

Ja, wenn ich mir all das durch den Kopf gehen lasse … dann möchte ich fast dankbar werden, dass wir hier Scherben und Geld, viel Geld gelassen haben. Aber eben alle gesund da raus gekommen sind.

Und neben diesem großen, ja riesigen Aufatmen - selbst nach drei Monaten noch läuft es mir kalt den Rücken hinunter - blitzen mich im glänzenden Lack noch ein paar andere erfreuliche Winzigkeiten an:
Wir brauchen uns nun nicht mehr verbotenerweise mit ner gelben Plakette durch Berlins Innenstadt zu schummeln – jetzt haben wir grün und dürfen legal in die Sperrzone :)
Und die Kinder sind über ein paar Mehrzentimeterchen dankbar– mehr Platz für Füße und das Besucherkind zwischen ihnen. Das ist ihnen heute sogar selbst schon aufgefallen!

Nun, jedenfalls haben wir gestern auf den Neuen einen Sekt geöffnet. Und dabei gewünscht, dass beim nächsten notwendigen Neuauto wenigstens der Sohn schon mitanstoßen kann. Und vielleicht die Tochter auch schon, die jetzt Vierjährige. Sprich: Diesmal würden wir das Auto gern doppelt so lange fahren, mindestens.
Aber das kann man eben nie wissen, wie wir jetzt wissen …


PS.
Und dass all das nur deswegen geschah, weil ich diese Schneeblindfahrt wagte – dieser Zusammenhang stimmt mich nachdenklich.

1 Kommentar:

  1. Oh Uta,

    das liest sich aber hochdramatisch :-( Gott sei dank seit ihr alle gesund aus dieser Sache heraus gekommen!! Da ist der entstandene Schaden zwar wirklich ärgerlich aber das Wichtigst ist euer Wohl, da kann man das andere irgendwie verschmerzen.

    Liebe Grüße
    Rina

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