Montag, 1. März 2010

beobachten

Ich habe den ersten Tag dieser Woche hinter mir.
Voller Gedanken, Worte, Trubel.
Ich habe die vergangene Woche hinter mir.
Ebenso verwirbelt.
Davor lag eine Urlaubswoche, die zum In-mir-sein nicht reichte, die das Karussell nicht abzuschalten vermochte.
So verwirbelt war es lange nicht mehr in mir.

***

Ich möchte das nicht.

Ich möchte das zarte Pflänzchen des Innehaltens, des Gangs in die Mitte, welches ich am Wochenende keimen spürte, nicht wieder mit seinen Wurzeln ausreißen.
Ich möchte es hegen, auf dass es wachse.

Ich möchte in die Mitte des Karussells zurückkehren, dort Stand und Halt wiederfinden, nicht weiter von Gondel zu Gondel torkeln und geschleudert werden.
Ich möchte stehen, nicht geworfen werden.

Ich möchte mich von meinem Sinneserleben nähren, es nicht an mir vorbeirauschen lassen.
Ich möchte die Sinne erwecken und wachhalten.

Ich möchte meinen Gefühlen und Emotionen begegnen, ohne von ihnen im Kreis oder in die Dunkelheit geführt zu werden.
Ich möchte alles, wie es kommt und ist, in mich hinein, aus mir heraus, durch mich hindurch gehen lassen.

***

Von außen wird mir Innehalten nicht beschert werden, zumal in diesen Tagen. Meine äußeren Schritte, Begegnungen, Aufgaben werden unzählige sein. Mein äußeres Erleben wird getränkt von Unruhe sein. Die Verführung, mich ins Getriebensein zu flüchten, lockt allerorten. Diese Woche, nächste Woche, immer wohl.
Nein.

Ich möchte versuchen, das Innen zur Ruhe zu bringen. Mein Denken, mein Wünschen, mein Wollen, mein Sehnen, mein Fragen, mein Zweifeln, mein Hadern.
Ich möchte in mir den Ort suchen, an dem ich ankomme, angekommen bin.
Ja.

Wie suche ich, wie finde ich diesen Ort?

Eine Ahnung nur ...
... ich bin schon da, muss nur hinschauen.
Meine Tage beobachten.
Meine Sinne beobachten.
Mein Selbst beobachten.

Ich möchte beobachten, was meine Hände fühlen, meine Augen sehen, meine Ohren hören, meine Nase riecht, meine Zunge schmeckt.
Nicht mehr, nicht weniger.

Ich möchte beobachten, wie Ärger, Freude, Ohnmacht, Beseeltheit, Trauer, Zufriedenheit, Wut, Glücksgefühl in mich einziehen, mich wieder verlassen.
Nicht werten, nicht deuten.

***

Es ist ein Versuch. Für diese Woche. Gerade für diese Woche!

Ob ich dies in Worte fassen werde, weiß ich noch nicht. Ein kleines leeres Büchlein wird mich durch die Tage begleiten. Jederzeit bereit, ein Wort aufzunehmen, sollte eines getröpfelt kommen. Ob daraus Texte erwachsen - wer weiß?

Ich werde sehen ...
Ich werde beobachten.

Kommentare:

  1. liebe uta,

    schau einmal zu http://www.52wege.de/

    da sind zwei texte drin, die könnten eventuell hilfreich sein. der eine heißt "so gehts langsam, der andere,"das geheimnis der langsamkeit".

    ich wünsche dir eine gute nacht
    heike

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  2. in meiner kur lernte ich, dass diese art von achtsamkeit zu einer neuen sicht des lebens führen kann, wenn man sie denn zulässt. sie kann auch dazu führen, dass man sich nicht länger unaushaltbarem aussetzt...

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  3. Wenn Du nicht sowieso schon hier liest: http://aufeinanderzu.blogspot.com/

    Sie ist auch auf diesem Weg. Lies, wenn Deine Woche vorüber ist.

    Ich wünsche Dir alles für Deine Reise nach innen.

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  4. Liebe Uta,

    ich wünsche dir ein wirklich intensives Erleben diese Woche. Das du dich spürst, in dich horchst, dich siehst, dich fühlst und einfach DU sein kannst.

    Liebe Grüße
    Rina

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  5. ... wenn in sich horchen, beobachten, mit sich selbst ehrlich sein, präsent durch seine Tage gehen, zulassen was fließen will ... wenn das alles fasten ist - dann, ja dann ...

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  6. Liebe Uta,

    herzliche Grüße an dich :-)

    Rina

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  7. Das würde ich nicht fasten nennen, aber es tönt spannend.
    Ringe dir nicht meinetwegen Blogeinträge ab, gell!

    Ich bin morgen wieder hier, mein Tag ist um!Herzlich
    Gabriela

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