Donnerstag, 11. März 2010

Urlaub - Anreise

Es ist eine lange, mühsame Fahrt, wie jedes Mal. Der Plan, mit unserem Start zum Schulschlussklingeln vor allen anderen auf der Autobahn zu sein, geht - wie jedes Mal - nicht auf. Stau direkt von der Haustür weg - 50 km in 3 Stunden -, das hatten wir noch nie.
Es geht eben manchmal langsamer als man denkt. Noch viel langsamer.
Und es zieht sich, je näher man dem Ziel kommt. Das Spiel "Wer sieht die ersten Häuser?" am Zielort fällt wegen Müdigkeit aus. Fast. Ich bin's. Der Sohn von hinten "hm".
Die Tochter hört dösend zu, als alle paar Minuten jemand müde ausstößt "Schau, eine Schneeraupe." --- Nach einer ganzen Weile: "Sind die echt? Beißen die?" --- Unsere Aufklärung wird dankbar zur Kenntnis genommen. Und den Urlaub lang wiederholt: "Gell, die Schneeraupe ist kein Tier ..." Man, das muss ein Urlaubsanfangsschreck gewesen sein für sie.

Begrüßungsabendessen ist auch kurz vor Mitternacht noch gut. Das Gefühl wie nach Hause zu kommen sowieso. Das Zimmer ist das vom letzten Jahr.

Am nächsten Tag müssen wir ankommen. Realisieren, wo wir sind.




Es ist schwer, in ein langsames Tempo zu finden, sich nicht ständig durch den Takt des "jetzt" und "gleich" und "schnell" antreiben zu lassen. Es ist schwer, die Kinder einfach so spielen zu lassen. Ohne Blick auf die Uhr, ohne Gedanken an nasse, schmutzige Kleider. Der erste Urlaubstag macht bewusst - und wie! - in welcher Rotation wir uns zu Hause befinden. Der erste Tag ist dazu da, vom Uhrwerk-Funktionieren in ein Augenblicks-Leben hinüberzufinden.



Er ist dazu da, uns eine Ahnung der Weite zu eröffnen, dieser Weite ...



... uns auf bekannten Wegen ...



... in den Ort zu führen ...



... langvertraute Blicke zu er-innern ...



... der ewigwährenden Faszination der Berggestalten zu erliegen ...





... träumend im Feuer des Lieblingscafes zu versinken ...



... und den Eisturm zu bestaunen, zu erkennen, welch zufällige Gestalt er dieses Jahr eingenommen hat.




Da kommt eine Ahnung von Ruhe über mich ...



Hat das mit der Anreise aus dem vorigen Post zu tun?
Ich finde schon, es ist ähnlich. Das Kreiseln des Alltagstuns, das Diktat des Zeit-Takts verlassen, ankommen in einer jeden Beobachtung, und weiter gehen, die Dinge als nicht formbar erkennen - wie den Eisturm - und als doch gut, so wie sie sind. Und immer wieder die Ahnung von Ruhe und Weite. Im Urlaub so wie in der Beobachtungswoche. (Nur dass es dort keine Schneeraupen gab ;-))

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