Dienstag, 26. Juli 2011

Fotoshooting

Das ist so gar nicht meins. Überhaupt nicht.

Musste aber sein: eine Fotowand mit allen Lehrergesichtern soll in der Schule aufgestellt werden. Ein Profifotograf seit Wochen schon am Werk. Alle Fotos, die ich sah - ob von Schülern oder Kollegen - waren wunderbar gelungen.
Und dennoch drückte ich mich. Bis heute, bis zum letzten Tag. (Leise Hoffnung: vielleicht wird das Projekt ja abgeblasen. Wurde es nicht.) Ich machte mich auf in den hinteren Hof. Ein Pulk Kollegen kam mir entgegen, sie hatten es gerade hinter sich. Entweder man sah mir alles an, oder es waren auch solche auf-den-letzten-Tag-Schieber, die meine Lage kannten: "Es tut auch gar nicht weh", rief mir einer zu :)

Glücklicherweise stand hinter mir niemand mehr in der Schlange, war ich unbeobachtet.
Glücklicherweise war die Grundschulpause gerade zu Ende, so dass nicht auch noch mein Sohn mit versammelten Mitschülern zusah.
Und glücklicherweise musste der Blitz noch eine Weile aufladen. So dass ich mit dem Fotografen ins Gespräch kam. Darüber, wie ich mich fühle bei "so etwas". Wie schrecklich das für mich ist. In ein fiktives Gegenüber zu lächeln, oder eben nicht zu lächeln, oder nicht zu sehr zu lächeln, oder nicht zu wenig. Und überhaupt: wie man das macht - sein Gesicht zur (Foto)Schau zu stellen. Darüber redeten wir.

Und dann war der Blitz bereit.
Was soll ich sagen: Es tat gar nicht weh :)
Entweder hatte ich ihn ausreichend für meine Seelenverknitterung sensibilisiert, oder er ist einfach so gut. Gab klare Anweisungen, was Blickrichtung, Körperhaltung, Kopfneigung angeht, und ansonsten plauderte er mit mir. Drückte etwa zwanzig mal auf den Auslöser - das war's. Ob ich sehen wolle, und aussuchen?
"Nein, suchen Sie aus, ich vertraue Ihnen."

Es tat wirklich nicht weh. Und wenn die Bilder so gut geworden sind wie von allen, wirklich allen! anderen Kollegen, dann war das meine erste positive Fotografiertwerdenerfahrung im Leben :)

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