Freitag, 1. Juli 2011

Wieder da ...

... ein paar Tage schon.
Klar, die Ferien sind ja auch vorbei. Während andernorts die Sommerferien beginnen, fangen wir erstmal wieder mit der Schule an.

Es war ein seltsamer Urlaub, mit dem Laptop im Gepäck und der Bewerbungsprüfung im Nacken. Es war nicht ganz so urlaubig wie sonst. Man kann den Gedanken an eine solche Prüfung, an eine zu haltende Seminarsitzung, nicht einfach wegschieben. Selbst an Tagen, an denen ich die Bücher nicht aufgeschlagen habe, war sie immer mit dabei.

Und dennoch war ich lang nicht fertig, bei meiner Rückkehr. Waren die Stunden bis zum Dienstag noch randvoll gefüllt. Zu randvoll. Fast wäre es übergeschwappt. Einen Teil habe ich weggelassen, nicht geschafft noch auszuarbeiten. Der andere Teil war zu lang, nicht geschafft noch zu kürzen.
Statt dessen versucht mich auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Es sollte um "Fragen der Didaktik, der Lehrerausbildung, der Bildungspolitik" gehen. Na wenn's weiter nichts ist, dachte ich mir. Und lernte am letzten Abend wenigstens noch den Namen unserer neuen Kultusministerin auswendig :)

Seit Dienstag ist es also vorbei. Es war wie es war. Irgendwann werde ich mehr wissen. ("Wenn Sie nach den Sommerferien noch nichts gehört haben sollten von uns, dann melden Sie sich bitte ..." - ja, man denkt und arbeitet hier in großzügigen Zeiträumen :))
Einschätzen kann ich es überhaupt nicht. Ob es das war, was die wollten?
Das Gespräch war übrigens - nach meinem Gefühl - noch das Beste von allem. Jedenfalls ging es ping-pong hin und her, es war locker, wir haben gelacht. Und kalten Kaffee haben sie mir angeboten (nee, kein Witz - ok, nicht kalt, aber lauwarm war er).

Seit Dienstag also fühle ich mich befreit.
Atme die Minuten wieder nach meinem eigenen Rhythmus - ein und aus, ein und aus - setze die Schritte wieder in meinem eigenen Muster - hin und her, hin und her - und die Fäden verbinden sich in mein Eigenes hinein - innen und außen, innen und außen.
Nein, ich hatte mich nicht verloren in den Zeiten der Fremdbestimmtheit durch Vorgaben und Zeitplan der Prüfung, aber es war eben ein "Fremd" in meinen Tagen. Nun atme ich meine Tage wieder selbst, werde nicht mehr geatmet - so fühlt es sich an.

So erstaunlich, dieses Gefühl der Befreiung ...
Liegen hier doch 120 Klassenarbeiten, in Kürze fertig zu sein - und sie stören mich nicht auf in meinem Atmen.
Umgibt mich hier doch ein Haus voller Schmutzecken, Wäscheberge, Regalteile - und ich lebe meine Ruhe unberührt davon.
Stapeln sich hier doch die Berge liegengebliebener Aufgaben dachhoch - und ich atme.

Auf der Kamera sind Urlaubsfotos, noch nicht angesehen, noch nicht überspielt. Früher musste man die Filme ja auch erst zum Entwickeln geben. :)
Auf dem Laptop sind Texte, während der Reise geschrieben, noch nicht wieder gelesen. Ob ich mich noch wiederfinde darinnen? Wenn ja, werdet auch Ihr sie lesen, irgendwann, später.

Das Klavier habe ich schon wieder innig begrüßt, gestern und heute. Es war ein warmes Wiedersehen. Und soeben komme ich vom Chor. Unter anderem sangen wir dieses hier (das ab 3:10):


Es weint noch ein bisschen aus meinem Augenwinkel ...


Ob ich das ausdrücken konnte, was ich sagen wollte? Die Worte kommen mir - uhrzeitentsprechend - schwer und plump vor. Das Gefühl dahinter aber ist ein tiefes, wunderbares. Und vielleicht schimmert es ein wenig durch die uhrzeitgedämpften Worte ...

Kommentare:

  1. Liebe Uta
    vom Morgen des letzten Schultages grüsse ich dich in den deinen. Gleich werde ich der Lieblingslehrerin zum Abschied das Hessegedicht aufschreiben, jenes, welche alle kennen und doch immer wieder neu aufleuchtet. Und weil es neben mir liegt, ein Teil daraus auch für dich:

    Wir solle heiter Raum um Raum durchschreiten,
    an keinem wie an einer Heimat hängen,
    der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!

    Ich habe am Dienstag (!) in der Cafetteria Andreas Scholl angetroffen. So ein Bisschen weiss ich jetzt schon, wie die Türe für dich aufgegangen ist. Leider sah ich ihn erst, als ich zurück zur Cellostunde eilen wollte, daher reichte es bloss für wenige Stichworte.

    Ich wünsche dir ein frohes Schwingen
    Herzlich
    Gabriela

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  2. ... Und nun habt Ihr Ferien ... Unvorstellbar - von hier aus. Prallvolle Schultage, so wie der heutige wird es noch dreieinhalb Wochen lang sein.
    Wie die Tür aufgegangen ist, darüber steht etwas in einem der Laptop-Texte. Bald ...
    Und das Wollen und das Dürfen, das ist nochmal ein eigenes Thema.
    Lasst Euch das Eis (?) gut schmecken, herzlichen Gruß an Euch alle
    Uta

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