Montag, 27. Juli 2009

Selbstständig ...

... sollen sie ja schon werden, die Kinder. Wer will das denn nicht? Aber manchmal geht die Sache echt zu weit.

Heute zum Beispiel finde ich die Haustür sperrangelweit offen und die dreijährige Tochter dafür gar nicht mehr vor. Ein Blick auf die - ruhige - Straße gibt erstmal keine Antwort. Obwohl ich sie fröhlich vor sich hinplaudern höre, sehe ich - nichts! Suche mit den Augen alle bekannten Verstecke ab, ohne Erfolg. Doch da: eine Autotür steht offen, von dort auch das Plaudern. Aha!

Bald schon klettert sie heraus, schließt die Tür, trippelt mit ihren nackten Beinchen barfuß über die Straße (inzwischen hat sie mich erblickt), schaut dabei mehrmals nach links und rechts, erklärt mir wortreich, dass sie das vorhin auch getan hätte und zeigt mir stolz das im Auto vergessene und nun wiedererrungene Lieblingskuscheltier. Bevor wir das Haus betreten, zielt sie noch kurz mit dem Autoschlüssel nach rückwärts - "Ah, zudachta." (zumachen) -, hängt diesen ans Schlüsselbrett, und schon ist die Aktion erfolgreich beendet. Wäre ich nicht gerade dazugekommen, hätte ich´s wohl gar nicht bemerkt.

Oh je ... das ist mir, glaube ich, doch etwas zu viel der Selbstständigkeit.
In Zukunft werden wir aufpassen müssen, dass immer genug Essen im Haus ist, damit das selbstständige Kind nicht eines Tages auf die Idee kommt, sich ans Steuer zu setzen, um unten im Dorf mal eben ein paar Brötchen zu holen ...

Kommentare:

  1. Ich danke dir für diese köstliche Abendaufmunterung, ich grinse immer noch über beide Wangen :-) auch wenn es für dich nicht so lustig ist, wenn die Kleine jetzt schon so eigenständig ihren Wirkungskreis erweitert. Ich muss seit kurzem auch immer unsere Haustür abschließen, weil Lina einfach nach draußen rennt wenn ihr danach ist. Sie hat dann am Fenster etwas interessantes entdeckt - und weg ist sie. Oder sie öffnet einfach die Tür wenn jemand schellt, und ich z.b gerade im Keller bin und die 20 Treppen nicht in 3 sekunden hochhechten kann :-)

    Liebe Grüße
    Rina

    AntwortenLöschen
  2. Oh ja das kenne ich auch.
    Auto auf- und zumachen mit dem Autoschlüssel behrrschen meine beiden auch schon recht gut, was sie "zum Glück" noch nicht beherrschen, ist das Schlüssel-Rumdrehen im Schloss. So gibt es wenigstens noch ein paar verschlossene Türen.
    Nach draußen rennen ist nämlich auch sehr beliebt, am besten gleich in Strümpfen in die Pfützen.
    Auch das Warten wenn es klingelt müssen wir noch üben.
    Tja die lieben Kleinen werden so schnell groß!

    Sigrid

    AntwortenLöschen
  3. Na, ich finde das gar nicht beruhigend, dass die Tochter das Schlüssel-Rumdrehen im Schloss noch nicht beherrscht. Sie versucht es nämlich trotzdem hartnäckig, immer wieder. Ich kann mich also nicht drauf verlassen, dass verschlossene Türen es auch bleiben, und erwarte außerdem täglich den ersten im Schloss abgebrochenen Schlüssel (das fände ich dann gar nicht mehr witzig). Wir müssten unser Schlüsselbrett langsam in 2 Metern Höhe anbringen und zudem alle Stühle und Leitern wegsperren. Und selbst dann hätte sie vermutlich noch eine Idee, die ich jetzt im Moment nicht überblicke ...

    Uta

    AntwortenLöschen