Freitag, 24. Juli 2009

So wenig

"Mama, die haben wir beim Aufräumen gefunden, aber die haben keinem gehört. Da hab ich sie mitgenommen, weil wir doch so wenig haben."


Stimmt, wir haben so wenig Brotdosen, jetzt, zum Ende des Schuljahres. (Das Foto stammt aus besseren Tagen.) Wenigstens eine pro Woche verschwand im Universum der Grundschule. Der Sohn hat mit diesem Verschwinden natürlich nichts zu tun. Gar nix. Wie er immer beteuert.

Diese beiden Dosen, die mein Sohn mir jetzt entgegenstreckt, tragen zwar am Boden nicht unseren Namensschriftzug, aber genau dieses Fabrikat hatten wir auch mal in unserem Besitz. Bevor sie in irgendjemand anderes Schublade gelandet sein müssen.

Ist es also Diebstahl, wenn ich diesen beiden jetzt in meiner Schublade eine Heimat biete (eine vorläufige ;-))?
Ich entscheide mich für die Antwort nein, denn es ist ja eher so eine Art Bäumchen-wechsle-Dich-Spiel.

Wie naiv muss ich vor einem Jahr, zu Beginn meiner Schulkindmutter-Zeit gewesen sein, als ich alle Schulgegenstände akribisch beschriftete. Diese Namenszüge haben offenbar nur den Sinn, mir bei besagtem Bäumchen-wechsle-Dich-Spiel jetzt ein schlechtes Gewissen einzuhandeln! (Um wie viel klüger handelten da die nicht beschriftenden Eltern.)

Und übrigens - von welchen Dingen wir hier noch so wenig haben:
Windjacken, Strickjacken,
Buntstifte, Klebestifte,
Handschuhe, Hausschuhe ...

Ich sehe den weiteren Aufräumaktivitäten der Klasse meines Sohnes erwartungsfroh entgegen ;-)))

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