Sonntag, 23. August 2009

"Nan Pappa ua ssassa."

So etwa hört es sich an, wenn das Tochterkind sagt: "Mein Papa hat ´ja´ gesagt."

Das tut sie häufiger in letzter Zeit - als Antwort auf ein "weiß nicht, mal den Papa fragen" von mir. Immer fragte ich bei nan Pappa nach, ob das auch stimme. Immer stimmte es, bisher. So dass ich ihr fast das Vertrauen für alle Zeiten geschenkt hätte und die Nachfrage wohl eines Tages eingestellt hätte.

Doch gerade noch rechtzeitig, bevor ich ihr sozusagen den Freibrief gab, begeht die Tochter heute einen strategischen Fehler: Sie beantwortet mit diesem Satz ein klares Nein von mir. Bei einer Sache zumal, die auch nan Pappa sicher nicht befürwortet. Tatsächlich hatte nan Pappa kein ua gegeben, wie die Nachfrage zeigt.

Ha, Tochter: In Zukunft werde ich misstrauisch sein müssen, jetzt, da du begonnen hast, deine Sprache taktisch einzusetzen! Jetzt wirst du groß und lernst, was wir Erwachsenen schon längst - mehr oder weniger gut - beherrschen. Und richtig groß wirst du sein, wenn du verstanden haben wirst, unsere Erwachsenensprache mit all ihren kleinen (und gelegentlich großen) Unwahrheiten zu durchschauen - mehr als 100 davon gebraucht ein jeder von uns täglich, habe ich mal gelesen :-(

Ich weiß nicht, ob ich mich über diese neue Reifestufe freuen soll. Die Zeit der reinen, unverstellten, kindlichen Ehrlichkeit, bei der du mit "gut" auch wirklich "gut" meinst und "geh weg" sagst, wann immer du es denkst - diese Zeit wird dann ein für allemal vorbei sein.
Ach, ich wäre schon glücklich, wenn du auch künftig dein Ua nur dann aussprechen würdest, wenn es ein ehrliches, echtes Ja bedeutet - ein Ja, welches auch am nächsten Tag noch Gültigkeit hat ...

1 Kommentar:

  1. Liebe Uta,

    ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr sich unsere beiden Mädchen doch ähneln. Auch ich hätte so einen Post eröffnen können, Lina ist gerade auch in dieser Phase, in der sie ausprobiert wie man Unwahrheiten an den Mann/die Frau bringen kann. Wobei ich mich dann immer wieder frage, ob sie es überhaupt als Lüge ansieht, also schon bewusst lügt, oder ob es in ihrem Empfinden wirklich so geschehen ist, wie sie sagt. Ein Beispiel: Gestern hat sie sehr schlecht mittag gegessen, "schmeckt nicht" bekam ich immer wieder zu hören, und hat daher bei mir kein Eis bekommen. Nachmittags war sie bei der Oma und fragte nach einem Eis. die Oma fragte "hast du denn auch gut zu Mittag gegessen?" Lina antwortete so überzeugend "Ja-a, war ganz lecker" das ich fast vom Sofa gefallen wäre :-) Sie hatte dabei so ein unschuldiges Engelsgesicht, das man es ihr sofort abgenommen hätte.

    Liebe Grüße
    Rina

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