Donnerstag, 17. Dezember 2009

schneeflöckchengleich

winzig
unscheinbar
weiß
einzigartig schön
gleich wieder verschwindend, treffen sie auf harten Boden
zart schmelzend, lassen sie sich auf meiner Haut nieder
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hier fallen gerade die ersten.
Ich schaue ihnen versonnen zu.
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Und manchmal treffen Schneeflöckchenmomente in meine Seele.

Nachmittags, mit den Kindern am Backen. Es wird dunkel.
Unvermittelt entdecken wir alle drei, dass die kleine Kiefer auf unserem Balkon mit einer funkelnden Lichterkette geschmückt ist. Um dies zu sehen, musste es erst dunkel werden.

Oh!
Überrascht, beglückt eilen wir hinaus.

Die Tochter, nur in der Strumpfhose, trippelt vor Kälte von einem fast nackten Fuß auf den anderen, bibbert --- aber will um nichts in der Welt hinein oder auf meinen Arm: „Ich will die kalte Winterluft einatmen.“ – was sie geräuschvoll tut – „Hmmm. Lecker.“

Der Sohn, versonnen in die Lichter und die dunkle Nacht schauend, bleibt lange still ergriffen, stumm.
Auf der Straße laufen in der Ferne Kinder, reden miteinander.
Er: „Soooo schön! Nur schade, dass da die Kinder sind. Mit ihrem Sprechen zerreißen sie die ganze Stille.“

Nein, nein, Söhnchen, die wahre Stille lässt sich nicht zerreißen. Aber das sage ich in dem Moment nicht, damit ich die Stille nicht auch noch zerreiße.

Wir nehmen uns still in den Arm.
Schneeflöckchengleicher Glücksmoment
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1 Kommentar:

  1. ein wunderbar zart geschildertes familiengipfeltreffen der liebesandacht!! wie schön!

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