Freitag, 13. August 2010

Kopf-Hemmnisse

Gestern - vertrauensvoll ins Nur-Gefühl fallengelassen. Wohl-Sein.

"Mein Kopf macht immer alles kaputt", schrieb ich dann abends, ohne nachzudenken. Ich weiß ja, kenn mich ja, kenn ihn ja, meinen Kopf.

Und heute übernimmt er allmählich wieder die Kontrolle.
Regelt, dass der Tag funktioniert, und ich mit ihm.
Flüstert mir kleine Sätzchen ins Ohr: stell dich nicht so an ... so etwas tut man nicht ... es gibt keinen Grund die Schultern hängen zu lassen ... du solltest jetzt aber ...
Lässt mich unter seiner Regie wie eine Marionette tanzen, so dass ich ...
... mich zusammenreiße ...
... die Zähne zusammenbeiße ...
... mich beherrsche ...
... mich durch den Tag schlage ...
... mich überwinde ...
... die Fassung bewahre ...
... mich der Disziplin unterwerfe ...
So unerbittlich bin ich zu niemandem sonst.

Kopf-Hemmnisse.
Verstellen mir den Weg zu mir selbst. Ich weiß ja, das muss mir niemand mehr sagen.
Es fühlt sich an wie Flucht.
Und dass die Traurigkeit heute wieder bitter schmeckt, das spüre ich auch allein.

Kommentare:

  1. Ich kenne das. Nur zu gut.

    Wie behandelt Dich der Mensch, der Dich am meisten liebt? Versuche, Dich an solchen Tagen mit seinen Augen zu sehen und so zu behandeln, wie er es täte. Mir hilft das am meisten.

    Du schaffst es!
    Maria

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  2. Liebe Uta! Nicht viel hier an dieser Stelle, wir sind gerade halb auf dem Sprung zu einem Familientreffen:Ich denke an Dich! Wenn ich wieder zu Hause bin, schreibe ich ausführlicher per mail. Und hier noch eine kleine Assoziation zu Deinem Text: Lass' den Kopf hängen! Vielleicht ergründet man so das Wesen manches Steines, über den man sonst "einfach nur" fallen würde...
    Liebe Grüße,
    katobia.

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  3. Liebe Uta,

    dies habe ich soeben gefunden und möchte es gerne mit dir teilen:

    Wenn dir etwas widerstrebt und dich peinigt, so laß es wachsen; es bedeutet, daß du Wurzeln schlägst und dich wandelst. Dein Leid bringt Segen, wenn es dir zur Geburt deiner selbst verhilft, denn keine Wahrheit offenbart sich dem Augenschein und läßt sich dadurch erlangen.
    Antoine de Saint-Exupéry aus "Die Stadt in der Wüste"

    Liebe GRüße
    Rina

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  4. Liebe Uta
    ich glaube, du musst dich mit deinem Kopf versöhnen. Er ist ein Teil von dir, ein wichtiger.
    Lass Kopf und Herz sich liebevoll zuhören, lass jeden erzählen, was drückt und trägt. Gemeinsam wollen sie dich begleiten, ohne eingeteilt zu werden in gut und schlecht, in wichtig und unwichtig, in hilfreich und hemmend.
    Vielleicht kann das weiche Herz den zusammengerissenen Kopf in seine Arme nehmen?

    Ich wünsche dir einen gesegneten Tag

    Gabriela

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  5. Liebe Gabriela,

    ja, das kann es, das Herz.
    Heute kann es das – an einem neuen Tag, der mir das Gefühl der Versöhnung mitgebracht hat. Es wandelt sich so viel und so schnell im Moment, so viel Hartes, was aufbricht, so viel Weiches, was zu mir kommt. Ja, weich und versöhnt, so fühlt es sich an, heute. Ich staune.

    DANKE Dir – und Euch allen! – für die liebevoll begleitenden Worte, Ihr ahnt gar nicht, was mir das bedeutet!

    Und an Dich, Gabriela, denke ich heute ganz ganz besonders … Du weißt warum …
    Ich wünsche Dir Kraft! Und Liebe, immer wieder …
    Uta

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