Samstag, 7. August 2010

Begegnet ...

... der begeisterten Lebens-Lese-Lehrerin,
die an Nachmittagen mit Kindergartenkindern Bücherwelten erkundet, so dass diese mit strahlenden Augen, einem Berg gebastelter Sachen und ganz vom eroberten Buch gefangengenommen, heimkehren,
die in den Ferien mit einem Rudel Grundschulkinder in der Bücherei übernachtet, vorliest, bastelt, tobt, (kuschelt vielleicht auch), lesen lässt und unermüdlich wacht, bis auch dem Letzten irgendwann zwischen Mitternacht und Frühstück die Augen über den Büchern zufallen,

... dem stunden- und vertretungsplanerstellenden Kollegen,
der sich jeglicher Terminkollision, jedes Extrawunsches mit Zeit und Zuhören annimmt, versucht das Unmögliche möglich zu machen, wo immer es geht, und Worte des Dankes stets verlegen-bescheiden abwehrt,

... der Zahnärztin,
die zu besuchen meine Kinder in tagelange Vorfreude bannt – nicht etwa wegen Trickfilm und Schatzkiste, sondern weil sie von ihr mit liebevollen Lachblicken und Behutsamkeit gestreichelt werden (und weil sie die Spritzen unauffällig-unsichtbar am Blick des Kindes vorbei in den Mund manövriert – aber das ergänze nur ich: die Kinder wissen das ja nicht),

... den Schulsekretärinnen, meiner und der der Grundschule,
mit ihren weiten Seelen, die jederzeit jederkind und jedermann in zugewandtester Weise empfangen und in unseren Sorgen und Nöten helfen,

... der Frau,
die im Nebenraum der Schreinerei ihres Mannes einen liebevoll bestückten Spielzeugladen betreibt, aus Liebe zu den kleinen Dingen, aus Freude daran, mir hilflosen Geschenkesucherin genau den Rat zu geben, den ich jetzt brauche. (Und wer mich kennt, weiß: Ich scheue das Beratungsgespräch im Laden wie der Teufel das Weihwasser. Bis ich ihr begegnete und mich in ein Gespräch über Spielzeug und nicht nur darüber, über unsere Kinder, über das Leben und so manch anderes verwickeln ließ – und nebenbei das fand, was ich suchte ...),

...dem Schulleiter,
der mir zur rechten Zeit einen kraftspendenden Händedruck schenkt und einen verständnisvollen Satz dazu (und dass es nicht selbstverständlich ist, derart in meiner Arbeit und darüber hinaus wahrgenommen zu werden – dessen bin ich mir sehr bewusst),

... der Bibliothekarin,
die, während sie die zurückgegebene Reisetasche voller Bücher einscannt, sooo liebevoll auf meine Leserattenkinder schaut, mit offenen Augen staunend über diese Büchermengen, die sie nicht hinunter scheucht, als sie vor eifrigem Zuschauenwollen auf die Theke klettern, die mich in ein Gespräch über elektronische und echte Bücher verwickelt, voller Hingabe vom Bücherseitenstreicheln und –beschnuppern redet,

... so vielen anderen Menschen.
Unscheinbare Begegnungen, zu oft als selbstverständlich genommen.

Ich glaube, man sollte öfters mal Blumen verschenken – Blumen des Danks, einfach so.

1 Kommentar:

  1. Es ist wunderbar, wie Du diesen Begegnungen, die allzu leicht untergehen im Schnellen und Lauten, Raum gibst, sie erkennst und erhellst. Danke für's Teilen!

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