Montag, 4. August 2014

Wochenrückblick 31/14


Wetter
Sommer, Sonne, Ferienwetter
gemacht
ob ich mich noch erinnere? (jetzt, da ich schreibe, bin ich schon unterwegs, und die Woche erscheint unendlich weit weg) also: mühsam ein paar letzte Stunden sogenannten Unterrichts fabriziert, dabei viel zu viel Eis für die Schüler besorgt, dessen Reste jetzt bei uns im Kühlschrank lagern; Zeugnisse fertiggemacht und ausgeteilt; meine Plätze in Lehrerzimmer und Physiksammlung auf- und freigeräumt, und weil ich so in Schwung war, gleich noch zu Hause die geballte Schuljahresendaufräum- und Wegsortieraktion; an einem Tag nacheinander das Grundschul- und das Gymnasiumstheaterstück angeschaut; am nächsten Tag nacheinander Stadt- und Gemeindebücherei - jetzt sind wir ferienversorgt; Sommerferienstart beim gemeinsamen Mittagessen mit den Kollegen; mit den Kindern im Kino: Rico, Oskar und die Tieferschatten - sehr witzig, sehr berührend; Friseur - trotz Protestes auch mit Sohn: jetzt sieht man, dass er doch Augen hat; letzte Urlaubsplanungen, dann Urlaubspacken; Abfahrt nach Prag ...
gehört
die Vögel, als ich eines Morgens den andrängenden Tag noch ein wenig warten lasse und mich mit meinem Kaffee still und nichtstuend auf die morgenneblige Terrasse setze
gelesen
zwei tolle Kinderzeugnisse, ein gut passendes Deputat fürs neue Schuljahr, Fahrpläne, Bedienungsanleitungen, Reiseführer - und zwischendurch ein wenig weiter im Ortheil
begegnet
den Freunden X am Dienstagabend, der Freundin Y am Mittwochabend, den Freunden Z am Donnerstagabend, der Freundin W nur kurz am Freitagmorgen, als ich die Kinder vorbeibrachte, weil sie die auf einen Ausflug mitnahm, der Freundin U auf einen Kaffee und den lieben Nachbarn am Samstag - was war eigentlich Montag und Sonntag?
gedacht
an viele Dinge im neuen Schuljahr - was wir und ich anders, besser, weiterhin oder neu machen wollen und sollten - und bevor all dies im gedanklichen Feriennirvana verschwindet, habe ich mir schon einige Zettelchen und Listen für die neuen Vorbereitungen geschrieben (und irre: ich freu mich drauf - es ist ja doch der wunderbarste Knochenjob der Welt)
gefühlt
restlos ferienreif
gestaunt
wie die Tochter in einer Hauptrolle mutig auf der Bühne steht und vor einem Saal voller Kinder und Eltern zwar nicht so unbefangen wie bei uns im Wohnzimmer, aber doch beeindruckend schauspielert und ihre vorherige Bauchgrummelaufregung wunderbar verwandelt
gekauft
Berge von Blumen - zu den Zeugnissen und zum Dankesagen am letzten Schultag, eine neue Gartenbewässerungspumpe und ein paar Kleinteile, um die Fahrräder doch noch aufs Autodach zu bekommen, Fahrradreiseproviant in Form von Studentenfutter und Riegeln
gefreut
ist ja klar: die Ferienfreude mit all ihren Dimensionen überwiegt alles!
geärgert
lohnt es, sich daran zu erinnern bzw. es zu versuchen? - ich sollte diese Rubrik vielleicht herausnehmen, denn immer wenn ich hier schreibe, merke ich, dass das Ärgern offenbar nicht meine Form der Auseinandersetzung mit der Welt ist (oder nein, das stimmt so nicht ganz, nur sind die Ärgerdinge zu tief im Innern um hier über sie zu schreiben)
gelacht
beim Theater, im Kino, mit den Freunden, mit den Kindern
geweint
als die Referendare verabschiedet wurden, haben sie uns als Kollegium ein Lied gedichtet und geschenkt - ich war wohl nicht die Einzige, die in dem Moment Tränen in den Augen hatte
berührt
die großen Augen der Fünftklässler, als sie unseren Worten lauschen, die wir ihnen vor den Zeugnissen überreichen, und mit wie viel Bedacht sie sich dann ihre Rose aus dem großen Eimer voller Farben auswählen (auch - sich unbeobachtet wähnend? - die Jungen)
Ausblick
der Fluss, an dessen Ufer wir hier in Prag nächtigen und ab übermorgen entlangradeln werden
Dankbarkeit
für alles, was das Leben auch in seinen turbulentesten Zeiten schenkt, vor allem aber immer wieder für die Kinder, wie sie mich hier beim Lebenlernen sanft an die Hand nehmen

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