Dienstag, 9. Februar 2010

Flusen und Staub

So fühlt sich an, was in meinem Kopf umhertreibt – ein einziger Durcheinander-Wirbel winzigster Flöckchen, nicht einmal Fädchen oder gar Stoffzipfelchen zu nennen, einfach nur Gedankenflusen, Gedankenstaub.
Dass daraus Fäden und Tücher würden, vorzeigbare gar – dazu bräuchte es Strick- oder Häkelnadel, Webstuhl oder Nähmaschine. Doch diese scheinen mir momentan gebunden, in einem anderen Teil meines Kopfes, der Schul- und notwendigste Alltagsdinge zu Stoffen verarbeitet. Keine Kapazitäten frei, alles dort im Einsatz.
Gern würde ich die Kräfte aufteilen – hier und dort gleichzeitig arbeiten lassen, oder abwechselnd: morgens hier, abends dort. Allein die Schul- und Alltagshälfte tut sich schwer abzugeben, nicht eine einzige Häkelnadel meint sie entbehren zu können. (Und mich fragt irgendwie keiner?!?!)
Ich muss selbst schon husten vor Staub in meinem Kopf, möchte und muss dringend weiterverarbeiten – allein mir scheint, ich brauche noch ein wenig Geduld: kommt Zeit, kommt Webrahmen.

Und so werden auch weiterhin in meinem Kopf umherschwirren …
… all die Gedankenstäubchen, die meine Schweige-Erlebnisse in mir aufgewirbelt haben – was das Schweigen mit mir macht, mit den Kindern, mit den Schülern, was es mir an neuen Sichten eröffnet und gleichzeitig offene Türen eingerannt hat (ja: dazu gibt es so manches noch zu schreiben) …
… die vielen lange schon umhertreibenden Flusen über Bäume, Blüten und Garben …
… Fusselchen von Lebenskunst-Gedanken …
… ganze Staubwolken aus Ahnungen (ob aus denen je Wörterteppiche werden können?) …

All das werde ich mitnehmen in meine arbeits- und computerfreie nächste Woche. Der Füller geht mit, und Papier. Und wie es ausschaut, wird dort, wo wir sein werden, die Sonne scheinen. Beste Voraussetzungen zum weben, stricken, häkeln, knüpfen. Und endlich nicht mehr husten.

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