Samstag, 27. Februar 2010

Innensuche

Hat man sich an allen Fronten übernommen, vor allem an jenen, die eigentlich gar keine Fronten sein sollten,
ist man erschöpft und müde, von tief innen heraus,
dann wird es Zeit für Rückzug.

Drehen sich die Gedanken im Kopf mit der Geschwindigkeit eines Wirbelsturms,
werde ich von ihnen aufgesaugt statt sie zu leben,
dann wird es Zeit anzuhalten, innezuhalten.

Nehmen die Sinne nur noch schmale Streifen von Lichtblitzen, Nebelschwaden von Klängen, ein Bruchstückmosaik von Stimmungen wahr,
ist das Sinneserleben in mir seltsam unbeständig, rasant wechselnd, flüchtig geworden, so als wolle kein Ton, keine Farbe, kein Duft in mir verweilen,
dann wird es Zeit für den Gang in die Innigkeit.


Wohin?
Wo ist mein Kloster?


Inmitten turbulenter Tage mir selbst zum Rückzugsort werden.

Das Tor zur Innigkeit wieder sanft aufstoßen, es weiter öffnen, mutig sein, nicht wegschauen.
Aus dem wirbelnden Karusselltreiben in die Mitte gehen, zu dem Innenpunkt, der sich nicht mitdreht.
Nicht mehr geworfen und getrieben werden. Beginnen wieder zu ruhen. Zu lauschen und zu schauen. In mich hinein. In mir sein.


Sehnsucht … Innensuche.


Inmitten der Seelenlandschaft,

scheint sie auch noch so karg: ihre schlichte Schönheit erkennen






scheint sie auch mit Abgründen durchsetzt: Brücken und Wege hinüber finden





scheint sie auch noch so düster: ihre Farben als Leuchten wahrnehmen





scheint sie auch noch so dürstend: die zarten Pflänzlein in der Wüste finden.






Da bricht an unerwarteter Stelle Grün durch.




Da wachsen Blumen aus Stein heraus.






PS.
Ich habe diesen Text heute Morgen geschrieben, er ist Reflexion über meine vergangene Woche. Als ich die Bilder einfügen und ihn einstellen wollte, wurde meine Familie wach. So hatte er bis zum Abend zu warten.
Nun liegt der Gartensamstag hinter mir. Ein guter Tag. Bilder sind im vorigen Post.

Ich habe diesen Tag durchatmet, habe in meinem Atmen Samen des Innehaltens gespürt.
Ich habe diesen Tag durchschritten, habe in meinen Schritten Keime des Anhaltens gefunden.
Nur dies gilt es:
In jedem einzelnen Schritt ankommen.
In jedem einzelnen Schritt ankommen.
In jedem einzelnen Schritt ankommen.

Heute war so ein Tag.
In den vergangenen Wochen hatte ich dies irgendwie verloren.

Ich lasse den Morgentext hier stehen. Er hat sich nicht überholt. Nein, so weit wäre ich nur gerne :)

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