Dienstag, 13. Oktober 2009

Und plötzlich sind sie groß ...

… als hätte jemand über Nacht einen Schalter umgelegt.

Die Tochter …
… bleibt beim morgendlichen Fiebermessen ganz ruhig liegen, ich schaue verblüfft, sie grinst mich wie gedankenlesend an und erklärt, damit ich es auch richtig realisiere: „Net weint mehr.“
… spricht auf der Fahrt zum Kinderarzt beruhigend-beschwörend zu sich selbst: „Net weh tun, nur Bauch angucken, net weh tun, nur Bauch angucken, net weh tun …
… erwacht nachts in unserem Bett, verlangt fordernd ihr Kissen und ihren Teddy (im Dunkeln auch für mich nicht leicht zu finden), um damit zielstrebig in ihr eigenes Bett zu wandern (die Wanderung fand bisher stets in umgekehrter Richtung statt) – weil es ihr bei uns zu eng, zu warm, zu unruhig ist? Zu viel Eltern, zu wenig Raum für Eigenes?

Der Sohn …
… philosophiert seit Tagen über Mädchen: „die ist auch nett, aber nicht so nett wie …“, „mit Zöpfen sieht sie besser aus als mit offenen Haaren“, „am liebsten würde ich später die … heiraten
… holt das letzte Toilettenpapier aus dem Schrank, stellt fest, dass neues gekauft werden muss und geht durchs ganze Haus, alle Vorräte nachzuschauen und eine Einkaufsliste zu erstellen („bravo – darfst Du öfter machen“, denke ich)
… steht am Familienplaner und liest mir vor „Elternabend“: nicht dass ich das vergessen hätte, aber seit wann kann er meine Krakel-Handschrift lesen??? (fängt doch gerade selbst erst mit Schreibschrift an in der Schule)

Kinder, Kinder – und ich bekomme manchmal gar nicht mit, wie ihr wachst, ihr kleinen Großen!

Apropos Elternabend: heute zweite Runde, genau wie letzte Woche. Wenn ich doch nur auch ein bisschen über mich hinauswachsen könnte. Im Sinne, dass mir nicht wieder die Knie zittern. Ging doch irgendwie, letzte Woche ...

1 Kommentar:

  1. Liebe Uta,

    ich hoffe dein Elternabend verlief genauso gut wie letzte Woche!

    Auch bei uns hat es sich in letzter Zeit bemerkbar gemacht, das die Kinder wieder einen großen Sprung gemacht haben. Luca ist viel selbstbewusster geworden, geht nun auch mal von sich aus auf Leute zu, spricht sogar mit ihnen ohne sich dabei an mich zu krallen. Lina ist seitdem sie in den Kiga geht noch selbstständiger geworden, als sie eh schon war. Alles wird nur noch alleine gemacht - anziehen, wasser einschenken, waschen usw. Sie erkennt komplexe Zusammenhänge so gut, das ich manchmal total geplättet bin, wie sie auf bestimmte Situationen reagiert. Und alles geschieht so plötzlich, von einem Tag auf den anderen, das ich mich manchmal wirklich frage ob es nicht erst gestern gewesen ist, als sie als kleine Bündel Mensch in meinen Armen lagen ???

    Deinem kratzendem Hals und dem Tochterkind wünsche ich gute Besserung.

    Liebe Grüße
    Rina

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