Donnerstag, 21. Januar 2010

Fortbildungsausflug

In einer Stunde fahren wir los. Das letzte Mal ist knapp 5 Jahre her, dass ich ohne Kinder unterwegs war. So richtig ohne Kinder, auch ohne Schulkinder, meine ich. Also nicht Klassenfahrt oder Schüleraustausch oder so, nein, ganz allein ohne Kinder! Ich werde mich um niemanden kümmern müssen, und ich weiß gar nicht mehr, wie sich das anfühlt.

Bis 19 Uhr dauern laut Programm die Sitzungen, dann Abendessen, dann „Kamingespräche“ - was auch immer „Kamingespräche“ in Anführungszeichen zu bedeuten hat?! Aber dann! Dann bin ich ein freier Mensch!
Keine Kinder ins Bett bringen, und keine aus fremden Betten wieder rausholen. Keine Geschichten vorlesen, und keine darüber anhören müssen, warum man zu spät aus der Stadt zurückkam. Nicht am Bett Wache sitzen, und auch nicht auf den Gängen einer Jugendherberge patrouillieren. Keine Tränen trocknen, nicht die des schlechten Traums, und auch nicht die des Heimwehs. Nichts von alledem. Einfach nur ich – ich für mich.
Oh, was ich da alles tun kann … in der verschneiten (?) Berglandschaft spazieren, lesen, die Ruhe genießen, Briefe schreiben, oder Emails, am Fenster sitzen und träumen, Tagebuch, Mitternachtsspaziergang … oh!

Und morgens erst: Keine verschlafenen Kinder wecken, nicht den pünktlichen Aufbruch erkämpfen, Brote nur für mich schmieren, nicht um falsche Kleiderwahl diskutieren … einfach nur mich um mich selbst kümmern. Wie mag sich das anfühlen?
Und – ich glaub, ich les nicht richtig – um 9 Uhr zum ersten Vortrag erscheinen. Um 9 Uhr! Normalerweise habe ich um die Zeit schon den Familienbetrieb angekurbelt, die Kinder versorgt und weggebracht, die Schule mit meiner Morgenlaune erfreut, die Schüler in die Welten der Mathematik entführt und die erste Doppelstunde zum Ende gebracht.
Morgen, da kann ich mich einfach um 9 Uhr in meinen Sessel setzen und berieseln lassen ;-)

Boah! Müttergenesungswerk!

Aber morgen Abend, da werde ich bei unserer späten Rückkehr doch hoffen, dass die Kinder noch wach sind. Weil ich dann nämlich glücklich sein werde, sie wieder fest in den Arm nehmen zu können. Ein Tag Müttergenesung reicht.

Kommentare:

  1. Liebe Uta

    vielleicht gibt es ja ein klitzekleines Eckchen bei dir, wohin ich mich hinbeamen kann und etwas "einfach nur Christina" sein darf?!

    Ich freue mich für dich!!
    Herzlichst

    Christina

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  2. Oh, das klingt traumhaft! Und das Wiederkommen in ein belebtes Haus, in dem man erwartet wird, lässt alles noch tausendmal schöner sein. Viel Vergnügen und Genuss wünsche ich, beim Wegsein und Heimkehren!

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  3. und voller eindrücke, so richtig prall gefüllt, wirst du zurück kommen...so etwas tut sehr gut, nicht wahr?
    gruß zu dir
    sonia

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  4. Unteressen bist du wohl zurück.
    Ich hätte dir gerne irgendwann mal geschrieben in diesen zwei Tagen, nun sind sie um, ich habe nicht geschrieben und so vieles nicht getan, was ich vorgehabt hatte.
    Ich hoffe, du bist erholt (haha, nach 36 Stunden!) zurück, hattest gute Momente allein und in Begegnungen und vor allem auch wertvolle Anregungen in deinen Lehrerrucksack gepackt bekommen.
    Lieben Gute Nacht Gruss
    Gabriela

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