Montag, 11. Januar 2010

Schnee-Stille-Gedanken

Man mag über den Daisy-Hype denken wie man will – Tatsache ist, dasss wir hier, jedenfalls in meiner Gegend, äußerst selten Schnee in diesen Mengen erfahren dürfen. Das merke ich in diesen Tagen von früh bis spät.


Da ist die Frage in mir, ob unser Auto wohl auf einem schneebedeckten Parkplatz aus der ungeräumten, abschüssigen Parklücke den Weg hinaus finden wird. Nicht Angst oder Panik gar, nein, einfach nur die Frage, ob die Reifen mit dem Autochen drauf für sowas gebaut sind. Noch nie nämlich bin ich mit diesem Auto in vergleichbarer Situation aus einer Parklücke herausgefahren, fällt mir bei der Gelegenheit auf. In den letzten vier Jahren also hatten wir solchen Schnee hier nicht.
(Die Antwort heißt übrigens: Ja, es geht. Sogar ganz einfach. Rutschende Reifen - was ist das? Interessant, ich wusste es einfach nicht.)

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Da ist das ganz neue Gefühl, mit dem Auto in tanzenden Schnee hineinzufahren. Die Flocken fliegen auf mich zu, strahlen mich an (oder geben mir nur das Scheinwerferlicht zurück, nüchtern betrachtet), tanzen vor der Scheibe, entscheiden sich erst im letzten Moment für einen Weg – oben drüber, rechts oder links vorbei oder schnell nach unten – nur die wenigsten haben den Mut, auf ihrem Weg zu bleiben (und damit bei mir auf der Scheibe zu landen). Ich könnte diesem Tanz stundenlang zuschauen. Muss aufpassen, nicht das Lenken dabei zu vergessen.

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Da gibt es ganz neue Hausaufgaben für die Kinder.Weil heute erster Schultag war, oder wirklich, weil das Ereignis ein so besonderes ist: Die Lehrerin meines Sohnes erteilte heute als einzige Hausaufgabe: „Spielt im Schnee.“

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Da wird der spätnachmittägliche Saunabesuch mit den Kindern für uns alle zu einem besonderen Erlebnis. Wir stapfen nach jedem Gang barfuß in den Schnee, reiben uns damit ab (in der blickgeschützten Ecke des Gartens natürlich ;-)). Der erfahrenste Saunierer unter uns legt sich sogar nackt in den Schnee hinein, von oben bis unten. Das geht mir denn doch zu weit (*schüttel*). Unser kleiner Mann will es nachmachen, schreckt dann aber zurück vor seiner eigenen Courage. Das Tochterkind setzt gerade die große Zehe in den Schnee, das reicht ihr, genießt aber im Übrigen das nackte Umherlaufen in der weißen Landschaft am meisten (in Latschen dann eben). Mir selbst frieren fast die Füße ab, aber es ist unglaublich: barfuß im Schnee.

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Und heute morgen schon, da erfahre ich die verzaubernde Stillekraft des Weiß auf sehr nachdenklich stimmende Weise. Wir sind spät dran. Normalerweise würde ich meine Tochter auf den Arm nehmen und im Dauerlauf vom Auto zum Kindergarten rennen, um dann selbst pünktlich in die Schule zu kommen. Heute morgen in diesem Weiß, da ist mir nicht danach, da ist es mir egal um meine Pünktlichkeit, da will ich nur mit ihr zusammen unseren leisen Schritten, diesem ungewohnten Geräusch der Schneetritte lauschen, da laufen wir ganz gemächlich zu Fuß.
Wie immer um diese Zeit – kurz nach sieben – sieht man in der Wohnung über dem Kindergarten den buntflackernden Fernseher. Immer schon empfinde ich Fernseher, wenn ich sie am frühen Morgen aus fremden Fenstern laufen sehe, als traurig. Heute – inmitten dieser Schneestille – kann ich diesen Anblick kaum ertragen.
Weil es mich an die Zeiten erinnert, in denen ich geflüchtet bin - flüchten musste vor mir selbst, in bunte Bilder und Geräusche hinein, um mich selbst nicht zu spüren. Obwohl ich das selten mit einem Fernseher tat - irgendwie rührt dieser Kontrast zwischen weißer Schneestille und flackerndem Fernsehlicht an meine Erinnerungen, sticht mich mitten ins Herz hinein … und doch ist da rings um mich dies verzaubernde Weiß, was diesen Stich sofort wieder zu dämpfen vermag.

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Wundersamer Schnee.

Kommentare:

  1. Mh, also ich glaube, das kommt auf den Fernsehnutzer an. Jeder kommt früh anders aus den Federn. Eine Prise Morgenfernsehen wirkt bei vielen Wunder. Deswegen müssen sie nicht gleich total abgestumpfte Dollis sein. Ich jedenfalls leibe es am Morgen, in der Küche angekommen, das Radio einzuschalten. Trotzdem weiß ich, was du mit diesem beschriebenen Gefühl meinst. Ich kenne es - trotz medialen Zusatz.

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