Dienstag, 27. Juli 2010

Italien: Käse, Wasser, Wiesen

Montag, 24. Mai

(Es ist mir zu aufwändig, die Beiträge immer hinten im Mai einzustellen und dann hier zu verlinken. Ab sofort gibt's die hier direkt. In den Mai "verfrachten" kann ich die Posts ja später.)

Wir kommen an, so richtig. Die Alltagsgeschwindigkeit in uns hört auf zu pochen, nichts treibt uns vom Frühstück hoch, eine innere Ruhe stellt sich ein. Wir sitzen und schauen.
Wir sind.
Einfach sein.
Da sein.

Mit diesem Ausblick von der Terrasse ...



... den man als Kind natürlich nicht als tagesfüllende Beschäftigung ansehen kann ...



Aber dafür hat er sich ja ein paar Tausend Leseseiten mitgenommen.
(Der Stapel schien mir beim Einpacken arg groß, so dass ich eigenmächtig drei Schinken zu Hause gelassen hatte. Nach Beobachtung seiner Lesegeschwindigkeit allerdings fürchtete ich um unsere letzten Urlaubstage mit einem bücherfreien, ungnädigen Sohn. Doch im Laufe des Urlaubs wurde er "langsamer", es reichte dann gerade so :) )

Wir begrüßen den alten Feigenbaum ...



... mit seinem Grün ...



... und seinem Schatten.



Wir streifen durch das Anwesen, so lange dort selige Ruhe herrscht (die braune halbgeöffnete Tür: dahinter verbirgt sich unser Zimmer, die Nachbarzimmer sind unter der Woche leer).



Denn die Unruhe wirft ihre Farben voraus:



Doch nein, keine "schlimme" Unruhe: Kindergruppen - Schulklassen, Kindergärten - die hierher kommen, um Brot zu backen und Käse zu machen, als Tagesausflug (den man bei uns Wandertag nennen würde).

Unsere Kinder dürfen wie immer mitmachen, was sie voller Begeisterung tun.



Doch nicht nur das - diesmal erhalten sie eine "Sonderrolle".
Als interessierte Zuschauer ...



... bekommen sie erste Handgriffe übertragen ...



... und Instruktionen ...



... und das Thermometer überreicht ...



... sowie den Rührstab ...



... und schließlich die gesamte Verantwortung :)




Sie wenden unermüdlich die - ähm: Plural bitte! - Käses(?) all der anderen, mittlerweile picknickenden Kinder ...









... und der Sohn notiert, was er erfahren hat. (So gut ich ihm die Erläuterungen eben übersetzen konnte.) Schaue ich jetzt auf diesen Zettel, scheint mir, er hat mehr verstanden als ich :)




Der Nachmittag gehört wieder dem Sein am See mit innerer und äußerer Stille ...









Doch das Bild des Kinderschlafes trügt ...
Als die Tochter vorgelesen haben will, schreibe ich gerade ein paar Notizen ins Reisetagebuch. Ich sage, sie müsse kurz warten, ich wollte noch aufschreiben, was wir gestern gemacht haben. Um die Sache zu beschleunigen, hilft sie mir und diktiert:
"Schreib: Wir war'n im Urlaub die ganze Zeit."
Wo sie Recht hat, hat sie Recht :)))


Spätnachmittags machen wir uns auf den Weg über die Hügel, um den See und seinen größeren Nachbarn (den Lago di Bracciano) von oben anzuschauen.

Vorbei an der alten Ruine ...



... geht es durch sommerwiesenweite Landschaften ...









... bis wir sehen, wo wir wohnen (links im Bild, hinter der Zypressenreihe).
Der zweite See bleibt unsichtbar: wir sind an der falschen Seite aufgestiegen.




Zurück ...



... durch das goldene Abendlicht ...





... auf unsere Sonnenuntergangsterrasse.




Wie sagte doch die Tochter:
"Wir war'n im Urlaub die ganze Zeit."
So ein Tag war das ...

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