Montag, 19. Juli 2010

Schreiben

Jetzt die Fetzen einsammeln und nach den richtigen Wörtern fahnden. Damit Sprache entsteht. Jeder, der diesen Zustand kennt, wird zustimmen: Schreiben ist das Glück. Noch einmal darf man an den Tatort zurückkehren, erhält ein zweites Leben, ja das Aufschreiben der Vergangenheit - und wäre sie nur zehn Minuten vergangen - kann inniger sein als das Leben zehn Minuten davor. Weil Schreiben den Vorgang verlangsamt - niemand schreibt so schnell wie das Leben -, verlangsamen muss. Und diese Entschleunigung schafft Intensität, lässt tiefer blicken, lässt tiefer und bewusster spüren, denken. Ich schreibe, also war ich. Ich schreibe, also bin ich.

(Andreas Altmann)

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