Donnerstag, 29. Juli 2010

Kurstreffen

Zum Schuljahresende, Treffen mit meinen Mathezwölfern, auf einem grünwildbewachsenen Kommunenhinterhof.
Lebenslustvolle Stimmung. Lebensfreudeerlebnis für mich.
Grillen, essen und trinken, im Kreis um's Feuer sitzen, schweigend in die Flammen schauen. Und redend.
Über absolute Wahrheit und platonische Weltneuerfindung, über Mauern und Trabis, über olle und weniger olle Lehrer, über uneindeutige und weltabgewandte Mathematik, über Großvätermarotten und Studienstadtträume, über Kinderbücher und Dürrenmatt-Brecht-Kafka-Frisch, übers Lesen und Schreiben und ob sie eine Absicht haben, die, die da schreiben.
Wir hätten noch lange da sitzen können ...

Am nächsten Morgen gebe ich ihnen - mit den Zeugnissen - das Walser-Essay, über das wir in der Nacht gesprochen hatten. Wir tauschen Büchertitel aus. Und die Gedanken, die unser Nachtgespräch nach sich gezogen hatte. Hätten sofort weiterreden können, auf dem Schulflur. Doch da war das Schuljahr schon vorbei. Später mal wieder ...
--- So ist das mit meinen Matheschülern. Von denen ich wünschte, ich dürfte sie in Deutsch oder Ethik oder so unterrichten. Und sie mich.

Ach, das wird wohl in diesem Leben nichts mehr.
Früher hatte ich eine Zeit lang daran gedacht, das (damals) recht kurze Studium für Ethiklehrer durchzuziehen, um wenigstens ein Fach zu haben, in dem ich mit den Schülern das wahre Leben streife. Es kam nie dazu.
Nun, immerhin gibt es Kommunenhinterhöfe und diese meine Mathezwölfer ....

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