Freitag, 27. November 2009

Erschöpft

So'n bisschen Kinder,
so'n bisschen Haushalt,
so'n bisschen malen mit der Tochter,
so'n bisschen Essen machen,
so'n bisschen Hausaufgaben mit dem Sohn,
so'n bisschen Wäsche waschen,
so'n bisschen Streit schlichten,
so'n bisschen Küche aufräumen,
so'n bisschen Kinder chauffieren,
so'n bisschen einkaufen,
so'n bisschen dienstlich mailen,
so'n bisschen bügeln,
so'n bisschen gemeinsam basteln,
so'n bisschen Abendritual,
so'n bisschen den morgigen Tag planen,

und ich fühl mich, als wär ich 'nen Marathon gelaufen.

Dabei war ich heute noch nicht mal in der Schule.
Dabei habe ich nichts von all dem zu Ende gebracht - das Haus ist voller unausgeräumter Spülmaschinen, unzusammengelegter Wäscheberge, nichtweggebrachter Mülleimer, nichtkorrigierter Klassenarbeitsstapel, unaufgeräumter Bastelreste. Und die Mailbox voller unbeantworteter Post.
Dabei waren die Kinder heute außerordentlich kooperativ, hilfsbereit, haben ihr Bestes gegeben, mir Arbeit abzunehmen.

Ihr da draußen, mit euren Großfamilien, oder mit eurer Vollzeit-Arbeit, wie macht ihr das bitte???
Ich glaube, wenn ich hier auch nur ein halbes Kind mehr zu versorgen hätte - ich würde manchmal zusammenbrechen. Heute zum Beispiel.

Und jetzt schenke ich mir zum Abend eine Spazierrunde mit Mond- und Sterne-Blick. Und entscheide auf dieser, ob ich anschließend auf dem Sofa lieber Gewaltfreie Kommunikation oder Rilke-Briefe oder Ronja Räubertochter zu mir nehme.
(Ich glaub, ich bin schon entschieden ...)
Gute Nacht!

Kommentare:

  1. Ronja, nur die, auf jeden Fall...
    Würde ich
    und du?
    Erhol dich gut!

    Und wie ich das mache? Zumindest nicht aufzählen, was ich alles nicht gemacht habe, sonst käme ich gar nicht mehr zum Schlafen...
    ;-)
    Herzlich
    Gabriela

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  2. Liebe Uta,

    weißt du wie oft ich mir diese Frage stelle? Wie schaffen das nur all die anderen Mütter, die viel mehr um die Ohren haben wie ich. Ich glaube ich bin einfach zu unkoordiniert in manchen Dingen, (das werde ich auch nicht mehr ändern können ;-) und daher ergebe ich mich mittlerweile einfach meinem Schicksal :-)
    Ich wünsche dir eine gute, erholsame nacht und einen stimmigeren morgigen Tag.

    Liebe Grüße
    Rina

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  3. Ja, Gabriela, ganz klar Ronja, ich war in dem Moment, nachdem ich es getippt hatte, schon entschieden.
    Die Stelle, wo ihr, der Wegweisenden, von ihm, dem Geführten, der Weg gewiesen wird ...

    Liebe Morgengrüße, immer noch erschöpfte
    Uta

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  4. liebe uta,

    hoffentlich geht es dir heute etwas besser. ich meine, du hast dir nach deinem stimmlosen tag ein bißchen viel vorgenommen.

    ich nehme an, mit mehreren kindern muß man sich die freiheit und den mut nehmen einfach zu leben,

    mit einem verwilderten garten,
    mit einem nie ganz aufgeräumten haus,
    mit permanenter bügelwäsche,
    mit weniger basteln,
    mit permanenten mail-u.telefonschulden,
    mit manchmal lausig formulierten blogeinträgen und ebensolchen kommentaren...

    es ist ein prozeß, in jeder hinsicht ohne perfektion leben zu lernen.

    einen schönen abend dir,

    heike

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  5. Liebe Heike,
    ich glaube, da hast Du einen zentralen Punkt getroffen: genau dies muss ich lernen. Seitdem ich vor einer Stunde Deinen Kommentar gelesen habe, versuche ich mich innerlich herauszureden:
    was hätte ich denn weglassen sollen,
    ich habe doch nur ein bisschen gemalt,
    bügeln tue ich, wenn ich beim Klavierüben eh dabei sein muss,
    der Adventskalender muss nun wirklich endlich fertig werden,
    ohnehin ist hier im Haushalt nichts perfekt - ich bin sozusagen eine lausige Hausfrau (wirklich, keine Untertreibung),
    und und und ...
    Das kann alles sein, aber mit "Perfektion" hast Du mich schon gut erwischt.
    Und noch etwas: ich muss es lernen, mir dies Erschöpft-sein zuzugestehen. Nicht immer das ich-schaff-alles-und-immer-und-bin-dabei-noch-bestens-gelaunt-stehaufmännchen/weibchen sein wollen ...
    Weißt Du was: der Spaziergang gestern war richtig gut. Ich glaube, das werde ich heute wieder machen.
    Vielleicht jeden Tag - als Abschluss, um in eine Stille zu finden, die am Tag sonst schwer zu erlauschen ist. (Habe Dir bei "Advent" ja dazu geschrieben, gestern).

    Schönes Bild, Deine Möwe, übrigens!
    Und Dir auch einen schönen Abend
    Uta

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