Montag, 30. November 2009

Mein Garten

Nachdem ich gestern von der ganz anderen Bedeutung des Wortes erfahren habe, wage ich nicht mehr, dieses Post "Adventsgarten" zu nennen. Wagte es noch nicht einmal, es am gestrigen Tage einzustellen, am Adventssonntag.
Nun also heute: mein gestriger Garten - weniger leuchtend als der andere vielleicht, aber eben meiner.

Ich fand in ihm Pflanzen,

welche in einem sehr eigenen Rhythmus leben,



welche Halt suchen



und Halt finden (und sei es auch nur an einem kargen, grauen Gerüst),



welche die Stufen von ungewohnter Seite her überwinden,



welche die große Sonne durch warmes Sonnengelb ersetzen.



(Und dann fand ich da noch mein eigenes Pflänzchen, welches in einem unbemerkten Moment, während ich mit der Kamera durch den Garten strich, in echten Winterschlaf verfallen wollte ;-))



Über all dem der weite Himmel.



Ich wundere mich einmal mehr:
Wenn es so ist, dass alles, was ich sehe,
einem in mir Erlebten gleichkommt,
dann sehe ich es ja nur scheinbar dort draußen,
dann lebt all dieses in Wirklichkeit in meinem Inneren.
Ja, nichts Gesehenes dringt von außen in mich ein,
sondern ich sehe es in mir selbst.
Weil mein Erleben nicht im Außen geschieht,
sondern immer nur im Innen.

Dann strömt das alles nicht von außen nach innen,
sondern umgekehrt: von innen nach außen.
Was in diesem Fluss noch alles mitströmen kann ...

Gerade wird mir ganz schwindelig,
vor Staunen, vor Nichtbegreifen, vor Demut, vor Freude.



PS.
Diese Worte haben sich jetzt über zwei lange Tage geformt. Schritt für Schritt, mit Tränen und Ringen auch. So lange, bis ich jetzt schließlich erkenne, dass ich aus dem allerersten Satz das "ganz anders" herausnehmen könnte, ersetzen durch ein "ganz ähnlich". Das tue ich aber nicht, weil darin eben die Geschichte des Textes besteht.
Wie wertvoll mir die Erkenntnis ist, dass ich hier meinen "ganz ähnlichen" Garten von außen nach innen und von innen nach außen beschreiten darf, das ahnt außer mir vielleicht niemand ...

Kommentare:

  1. Liebe Uta,

    auch ich war ergriffen von diesem Adventsgärtlein, gleichzeitig niedergeschlagen das es für uns keine Realität sein kann. Aber wie du drüben schon so schön geschrieben hast: wir dürfen vertrauen lernen, das alles gut ist so wie es ist. Deine Gartenimpressionen finde ich wundervoll, sie müssen sich nicht verstecken, sind genauso wertvoll wie all die anderen Beiträge zum Adventsonntag!! Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Rina

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  2. liebe uta,

    unglaublich, dass wir im selben bundesland leben, ich habe gerade eine stunde schnee geschippt, schneepflüge sind bei uns seit gestern unterwegs und dann treffe ich hier auf deinen garten, in dem es gerade so anders aussieht als in meinem. und wieso sollst du ihn nicht adventsgarten-nennen dürfen?
    du hast dir so viel dort erarbeitet!
    ich habe gerade dein kommentar bei mir gelesen und auch bei mir noch etwas dazu geschrieben.
    hinter unserem kindergarten kann ich aus vollem herzen stehen, hinter den schulen, die unsere kinder besuchen nur teilweise und unsere walddorfschule unterscheidet sich sehr von der, die g.`s kinder besuchen, so dass ich da gerade keines unserer kinder haben möchte.
    äußere gegebenheiten sind oft nicht zu ändern, so dass es wirklich darum geht, wie du bei mir geschrieben hast, dafür zu sorgen, dass kinder offen werden können für geistiges.

    aufmunterende grüße möchte ich dir schicken,
    heike

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